Ost gegen West – Klischeedenken hausgemacht?

Auch nach über 20 Jahren der Einheit findet man in Deutschland noch immer kein vereinigtes Deutschland. Ost schimpft gegen West und West gegen Ost.

Die bekanntesten Behauptungen sind wohl, dass die Ossis nur jammern und die Wessis alles besser wissen. Doch wie kommt es eigentlich dazu, dass zwischen den beiden „Völkern“, so kann man es fast schon benennen, noch immer so große Unterschiede bestehen und ein miteinander als „wir“ auch in Generationen, die das geteilte Deutschland so gar nicht bewusst wahrgenommen haben, auch heute noch nicht wirklich möglich ist?

Oft fühlen sich ja gerade die Ostdeutschen von Westdeutschen diskriminiert und sehen sich als Gesellschaft zweiter Klasse dahingestellt. Sie beschweren sich und schimpfen darüber, doch was tun sie eigentlich dafür oder besser gesagt dagegen, dass dieses Ich-West / Du-Ost endlich mal aufhört?

Ich bin ja bekannt dafür, dass ich gerne mal dazu neige in Schubladen zu denken, oft wird mir vorgeworfen, dass ich alle Menschen die man gewissen Gruppen zuordnen kann über einen Kamm schere.

Vielleicht neige ich in meinen folgenden Gedankengängen wieder dazu, aber ein eigentlich recht harmloses Beispiel zwingt mich förmlich zu wirklich brutalen Weiterführungen meiner Gedanken.

So fing eigentlich alles damit an, dass man(n) sich fragte, warum man ein gerade mal einjähriges Kind zu einer Tagesmutter gibt, wenn man als Mutter, die zur Zeit keiner Beschäftigung nachgeht, doch eigentlich die Zeit dafür hat, sich selbst um das Kind zu kümmern – wertvolle Zeit mit dem Kind, die man nur einmal hat.

Der Sinn, dass man irgendwann mal wieder einem Job nachgehen möchte und dem Kind den Umgang mit anderen gleichaltrigen Kindern ermöglichen möchte erscheint mir logisch. Die folgende Aussage allerdings fördert das feindliche Ost-West-Gehabe in meinen Augen mal wieder ungemein:

Ich weiß, dass viele Wessis lieber mit dem Arsch 3 Jahre zu Hause bleiben und einen auf Hausfrau machen. So sind wir Ossis aber nicht! Wir haben andere Prioritäten.

Man kann so eine Aussage natürlich lesen wie man will und sie demnach deuten wie man will, jeder legt sich die Sachen ja eh gerne so zurecht wie sie für einen selbst gerade am besten passen.

Aber mal ganz ehrlich, Wessi-Frauen sind also faul und bleiben mit ihrem Arsch lieber Zuhause um sich um ihre Kinder zu kümmern? Die Ossis hingegen überzeugen mit ihrem Fleiß und gehen lieber arbeiten? Wenn das tatsächlich so ist, dass bei den Ossis die obere Priorität darin liegt arbeiten zu gehen, warum um Himmels Willen ist dann aber die prozentuale Arbeitslosenquote im Osten (Durchschnittliche 11,6% in den vergangenen 13 Monaten) gut 4% höher als im Westen (Durchschnittliche 7,4% in den vergangenen 13 Monaten). Wohnen und arbeiten die fleißigen Ossis alle hier im Westen oder wie kommt dieser Schnitt zu Stande?

Und wo wir ja auch beim Thema Prioritäten sind, Ossis haben also andere Prioritäten… Die eigenen Kinder stehen also bei den Ossis nicht an oberster Stelle, wenn ich das jetzt richtig verstehe. Das wäre vielleicht ja sogar eine Erklärung dafür warum man vermehrt im Osten darüber liest, dass Kinder in Gefriertruhen oder Mülltüten gefunden wurden…

Uuups, war das jetzt zu hart? Hart hin oder her, aber bei solchen Aussagen, bitte was soll man denn da denken „Wir Ossis haben andere Prioritäten“…

Mal ehrlich, meist kommt doch das Gejammere darüber, dass überhaupt noch immer unterteilt wird zwischen Ost und West gerade und vermehrt aus dem Osten. Die Ostdeutschen wollen Gleichberechtigung, wollen dieses „die Ossis“ nicht mehr, nein sie wollen „wir Deutschen“, sind aber die ersten die immer und immer wieder davon anfangen „wir Ossis – ihr Wessis“.

Die Probleme sind doch hausgemacht, oder seh ich da was falsch?

Ich persönlich finde es ja schon sehr bemerkenswert, dass in eine Meinungsverschiedenheit zweier Menschen, die sich uneinig darüber sind ob man ein Kind zu einer Tagesmutter geben sollte oder nicht, ganze Bevölkerungsgruppen mit einbezogen werden.

Da wird eine Meinung, eine Einstellung einer einzelnen Person auf die von 1000den weiteren Menschen projiziert und da wundert man sich, dass es Schubladen- oder Klischeedenken gibt?

15 Kommentare zu „Ost gegen West – Klischeedenken hausgemacht?“

  1. Ein guter Artikel wie ich finde bei den ich dir vor allem in dem Punkt recht geben muss das die „Ossis“ sich viel zu oft über den gedanklichen erhalt der Mauer aufregen und dabei selbst viel zu schnell zum Ausrduck „wir Ossis – ihr Wessis“, wie du es so schön ausgedrückt hast, greifen.

    Was die Frage angeht ob die fleisigen „Ossis“ alle im „Westen“ arbeiten bin ich versucht zu sagen: Ja tun sie. Es kommen immer mal wieder Zahlen raus die zeigen das viele aus den neuen Bundesländern in die alten Bundesländer „aussiedeln“ weil sie dort eher einen Job bekommen als im Osten.

    Was die Zitat-Aussage „So sind wir Ossis aber nicht! Wir haben andere Prioritäten.“ angeht frage ich mich welche das sind und was ich da wieder verpasst habe das ich als Ossi nichts von diesen anderen Prioritäten weis.
    Außerdem gibt es genug Ossis die auch lieber drei Jahre zu Hause bleiben. Desweiteren sollte man bevor man irgendwas pauschalisiert auch bedenken das vor allem bei den KiTa-Gesetzen mitunter ein richtiges durcheinander ist. Im Westen ist es (Wenn es bisher nicht geändert wurde) oft so das man erst ab dem 2.Geburtstag des Kindes ein KiTa-Platz gewährt wird und dann auch nur wenn Arbeit in Aussicht ist, ansonsten erst wenn das Kind 3 und damit der mögliche „Urlaub“ voll ausgereitzt ist. Erschwert wird das ganze dann noch dadurch das allgemein ein Mangel an KiTa-Plätzen besteht.

    Abschließend kann man in Bezug auf das Zitat dann wohl sagen das das kein Ost-West-Problem ist sondern ganz Deutschland betrifft, was ja wohl keineswegs neu ist.

  2. Hej Mel,

    also ich persönlich meine, dass sich dieses Klischeedenken in meinem Umfeld schon ziemlich gelegt hat. Nur wenn ich mich mal über jemanden geärgert hat, dann neige ich tatsächlich noch dazu, erst einmal zu überlegen, „Woher kommt der? Ach aus dem Osten … ja daaaaaaaaann …“ 😉
    *einkleinbisschenschäm*

    Gruß Sylvi

  3. Naja, also mir fällt dazu folgendes ein:

    1. Ist es bei den Amis nicht auch so, das da mehr oder minder stark nach Nord- und Südstaatler unterschieden wirde? Und wie lange gibt es eigentlich schon das ‚eine‘ Amerika? 150 Jahre, oder?

    2. Die zitierte Aussage ist natürlich ein Klopfer. Ich glaube, die Zeiten sind vorbei wo Wessi-Frau 3 Jahre einen auf Urlaub machen kann, weil Ehemann und Vater ja genug Geld anschleppt.

    Andererseits findet man Tote oder misshandelte Säuglinge nicht nur in Ostdeutschland. Die gibts auch hier im Westen. Und das sind sicher nicht alles Kinder von Müttern die ‚von drüben rübergekommen‘ sind.

    Und drittens denke ich, das man durchaus Ossi oder Wessi sagen kann. Die Frage, um die es meiner Ansicht nach geht ist jene, wie begegnen sich beide.

    Sobald einer glaubt dem anderen nicht auf Augenhöhe begegnen zu müssen oder der andere denkt seinem Gegenüber nicht auf Augenhöhe begegnen zu können, ist es eh für die Katz. Da ist dann auch das ‚wir Deutschen‘ geheuchelt.

  4. Ich kann natürlich nur die Erfahrungen wiedergeben, die ich in meinem Umfeld gemacht habe. Da hat sich das Klischee-Denken (wie bei Sylvi) glücklicherweise sehr gelegt. Klar, hin und wieder haut man sich mal einen Spruch mit einer Anspielung um die Ohren, das ist dann aber zumeist scherzhaft gemeint.

    Was diese Scherze angeht, bin ich auch fest davon überzeugt, dass sich das NIE ändern wird – und auch nicht ändern muss. So, wie „Ossis“ und „Wessis“ manchmal mit Witzen übereinander herziehen, machen es Nord- und Süddeutsche -zumindest in meinem Umfeld- schließlich auch immer wieder 😉 Da können beide Seiten immer herrlich in die Klischee-Kiste greifen, seien es nun die erzkonservativen „Bazies“ mit ihrer heilen Welt oder wir „Preißen“… für die Jungs „da unten“ ist alles nördlich des Weißwurst-Äquators ein „Preuße“ 😀

    Der einzige Unterschied ist, dass sich niemand über diese Nord-Süd-Sprüche aufregen würde, es bei den Ost-West-Sprüchen aber zumindest teilweise noch Leute gibt, denen das nahe geht. Wird sich aber sicherlich alles im Laufe der Zeit regeln, da sich spätestens unsere Kinder und Enkelkinder eh nur noch aus Erzählungen und Büchern daran erinnern werden können, dass Ost und West mal grundverschieden waren.

  5. Das mit der Augenhöhe hat weniger mit Ost-West als mit Intelligent-Dumm (wobei weder alle Wessis dumm noch alle Ossis intelligent sind) zu tun… 😉

  6. Jaja, jetzt ist die Ossitante angepisst wegen dem Beitrag und ich ein ganz ganz ganz böser Mensch. ROFL!

  7. Jaja, die Sprüche über die bösen bösen Wessis kenne ich auch – von meinen Großeltern und teilweise noch von meinen Eltern. oder auch beliebt: „Das gabs in der DDR nicht“ oder „Das hat alles* der Westen mitgebracht“. *“alles“ meint natürlich alles was irgendwie ungerecht, schlecht und kriminell ist. In meiner „Altersgruppe“ werden die „älteren“ für solche Sprüche eher belächelt.

    Bin im tiefsten Osten Deutschlands aufgewachsen, lebe und arbeite aber mittlerweile seit 6 Jahren im Westen weil die Jobaussichten einfach besser sind. Bevor ich in den „Westen“ „abgewandert“ bin wurde ich auch vor den bösen bösen Wessis gewarnt, das dort alle arrogant sind und ich keinerlei Freunde finden werde. Kann ich überhaupt nicht bestätigen, bin ganz herzlich hier aufgenommen worden, fühle mich teilweise besser akzeptiert als in meiner alten Heimat. Den Vogel abgeschossen hat dann eine alte Freundin von dort, die mich mal besucht hat mit der Aussage (und sie hat das mit echter Verwunderung gesagt) „Die sehen ja ganz normal aus hier o.O“.

    Achja, bin in der DDR auf die Welt gekommen und meine Mama ist trotzdem 3 Jahre zu Hause geblieben, ich war ihr wichtiger als irgendein Vollzeitjob. Die meisten die so nen Spruch bringen (also meiner persönlichen Erfahrung nach) versuchen damit nur ihr tun zu rechtfertigen, weil sie selbst nicht davon überzeugt sind das sie unbedingt das richtige machen. Dann wird gern mal das Argument „das machen bei uns aber alle so und ihr seid eigentlich die, die unnormal sind“ hergenommen.

    Was mir allerdings bei manchen (garantiert nicht allen) ostdeutschen Mitbürgern auffällt, ist die Erwartungshaltung, das der Staat alles für sie regelt. Irgendwie scheint denjenigen die Vorstellung völlig weltfremd zu sein, das jeder für sein Leben selbst verantwortlich ist.

  8. Zum Artikel selbst möchte ich mich lieber nicht äußern da er nicht neutral genug verfasst wurde und eine objektive Beurteilung fehlschlagen würde. Er ist teilweise tatsächlich „unterste Schublade“!

    Was ich anmerken möchte: Es gibt tatsächlich viele Ostdeutsche welche in den alten Bundesländern arbeiten, aber auch viele Westdeutsche welche sich gen Osten orientiert haben, dies sagt nichts über das Arbeitsverhalten der Bürger aus, und schon recht nicht über deren Lebenstil od. Prioritäten! Dies wird immernoch durch die Wirtschaft bestimmt, nicht durch uns! Es spielt auch keine Rolle ob man aus Ost od. West kommt, ein Mensch kann faul od. fleißig sein, dass können die Ostdeutschen genauso gut wie die Westdeutschen.

    Im Osten war es früher so, dass nur der keine Arbeit hatte, der auch wirklich faul war, also nicht arbeiten wollte. Das war der Vorteil im Osten, sowas gibts heute nicht mehr, und wer hats erfunden? Richtig, die Westdeutschen. Ich persönlich finde es auch seltsam das „der Ossi“ immer jammern muss, er kann doch stolz auf sich sein. Ihm wurde nicht alles vorgekaut und hingeworfen, er musste lernen selbst auf die Füsse zu kommen, aber die Herren u. Damen hinter der Mauer … naja sie waren nicht besser dran, nur bekamen sie ebenfalls eine Gehirnwäsche und bessere Vergünstigungen als der kleine Mann im Osten, aber imgrunde sind war alle gleich „dumm“, und das wird sich auch nicht mehr ändern.

    In der DDR wurde uns immer gesagt, dass uns die Mauer vor dem westlichen Einflüssen schützen soll.
    Wir wissend das wir nur nicht sehen sollten, was die da drüben haben.
    Und jetzt wo wir es auch haben, brauchen wir es nicht mehr.

    Fazit: Dahingehend hatte die DDR-Staatsführung wohl recht, die Mauer war unser einziger Schutz vorm „Feind“ und als sie viel, und das weil wir „dummen Ossis“ das wollten, überrollte uns der Westen mit Abzocke ohne Ende. Nun darauf wäre ich als Westdeutscher nicht stolz!

    Ich frage mich wo da die Prioritäten der Westdeutschen lagen?! Und diese Menschen behaupten heute etwas Gutes für die Ostdeutschen getan zu haben!? … lächerlich …

    Damit möchte ich zum Ausdruck bringen, dass solche Diskusionen über Ost und West überflüssig sind, zumal es der „Westen“ bis heute nicht geschafft hat, vor seiner eigenen Haustür zu kehren!

    Armes Deutschland.

  9. Nur zum letzten Beitrag wollte ich anmerken das es Aufgabe eines jeden Staates zu sein hat für alle Arbeit zu besorgen weil der Staat ja auch allen steuern abknöpft und all seinen bürgern Gesetze aufzwaengt
    In der DDR hatten alle einen Job und keinen Chef der sie zu irgendwas zwingen durfte
    Und wer nicht in die Arbeit kam wurde asozial genannt und von der Polizei zur Arbeit fürs Volk gebracht

  10. Ingo, ich wollte den Artikel auch nicht neutral verfassen, sondern meine Meinung äußern!!!

  11. Marche, jeder Mensch ist seines eigenen Glückes Schmied. Und wer sich darauf verlässt vom Staat alles hinterhergetragen zu bekommen, der bekommt eben Hartz4.

  12. @Melvenue: Das ist so weder inhaltlich noch praktisch der Fall!

    Der Spruch jeder Mensch ist seines Glückes eigener Schmied; ist nicht nur sehr alt, sondern auch nicht mehr aktuell, zumindest was das System der sog. Bundesrepublik Deutschland angeht!

    Genauso könnte man sagen, jeder der für seine Ziele kämpft, erreicht sie auch. Das ist genauso ein Müll!

    Glück? Schmied? Also ich kann und darf selbst bestimmen was mit „meinem“ Leben geschieht? ABER bitte, doch nicht in einem „Benotungssystem“ wie dem unseren, dass ist lachhaft!

    Und die Faktoren von außerhalb, welche jeden Menschen beeinflussen können, sind hier noch nicht mit einberechnet!

    Fallbeispiel: Ein kleiner Junge wächst ganz normal unter den behütenden Augen seiner Eltern herran. Durch eine Katastrophe im Ausland, erkrankt dieser Junge an Krebs. Er überlebt und führt eine „fast“ normale Kindheit wie andere auch. Nach der Schule möchte er in verschiedene Ausbildungsberufe, ja nicht nur einen, er hat Alternativen, er hat grosses Interesse an einer Beamtenlaufbahn. Auch zur Feuerwehr würde er gern gehen, und auch die Bundeswehr ist nicht weniger Interessant für ihn.
    Aufgrund seiner schlechten körperlichen Konstellation, hat er jedoch nirgendwo eine faire Chance eine solche Ausbildung zu bekommen, denn er ist nicht „tragbar“.
    Der Junge wächst zu einem jungen Mann herran, der nie eine feste Arbeit hatte. Er wurde in einen Ausbildungsberuf gezwängt, welchen er weder wollte, noch er einen Sinn darin gesehen hat, aber er musste, um nicht gleich auf der Strasse zu landen.
    Sein Leben wurde also seit seiner Kindheit verpfuscht, freie Wahl? Fehlanzeige! Aufgrund der Erkrankung aus seiner Kindheit, hat er obendrein noch psychische und seelische Schäden davongetragen. Eine Beziehung zu einer Mitmenschen weiblicher Natur ist ihm nicht möglich, er ist also allein, ohne Arbeit, ohne Frau und ohne Kinder.

    Man könnte auch sagen: Er wird weder beruflich noch privat gebraucht, und das ist das schlimmste für einen Menschen; nicht gebraucht zu werden, man ist nutzlos und so macht sicher kein Leben Sinn od. gar Spass.

    Wo bitte hat er hier einen konkreten Einfluss auf „sein“ Leben auf sein „Glück“???

    Er wurde abgestellt auch ein Gleis das niemanden interessiert, dass ist Fakt!

    Wie war das mit der Würde des Menschen?
    Glück und Schmied?
    Für seine Ziele kämpfen?

    Ja welche Ziele? Was macht denn überhaupt noch einen Sinn?

    So das war jetzt auch nicht neutral, weil ich es so wollte!

    Es ist geradezu lächerlich einem Kind die Schuld für das Versagen anderer zu geben, aber genau das wird dem jungen Mann heute vorgeworfen, denn; er hat sein Glück selbst in der Hand.

    Da frag ich mich, wieviel Sarkasmus darf bzw. muss ein Mensch ertragen!

    Ende

  13. @Marche: Jeder Mensch hat das Recht auf freie Entfalltung seiner Persönlichkeit, und ebenso das Recht auf freie Berufswahl, zumindest meinten das die Leute welche damals dieses lustige Grundgesetz entworfen haben!

    Nicht der Staat hat für Arbeit od. mich zu sorgen, ich darf laut „Menschenrechten“ selbst, frei entscheiden, was ich für mich persönlich als Sinnvoll empfinde.

    Und was die Steuergelder angeht, nun diese dienen eigentlich dem Volke, verwaltet durch den Staat werden sie wieder unters Volk gebracht und sinnvoll verteilt und dementsprechend zum „Wohle“ des Volkes eingesetzt.

    Naja so sollte es zumindest ablaufen, die Gegenwart zeigt uns jedoch das es nicht wirklich der Fall ist, aber das ist eine andere Geschichte.

    Der Staat sorgt ja auch nicht dafür das ein Bäcker auch Brötchen packt, sondern der hungrige Bürger sorgt dafür, dass mal bitte nicht auser acht lassen 😉

  14. Man kann es sich natürlich auch leicht machen und immer den anderen die Schuld für das eigene Versagen geben. Jeder, absolut jeder Mensch hat sein Leben selbst in der Hand. Mit dem Strom schwimmen ist natürlich immer der einfachste Weg, dann darf man sich aber auch nicht wundern wenn man den ganzen Tag die Ärsche anderer sieht.

    Ich hätte es mir auch einfach machen können und das Leben leben können was mir in meiner Kindheit und Jugend vorgelebt wurde. Ich könnte nun auch unzufrieden in einem Hochhaus oder Mehrfamilienhaus in einer viel zu kleinen Mietswohnung in einer schlechten Wohngegend wohnen und sagen es war mir nicht anders möglich. Meine Eltern hatten kein Geld um mir ein Studium zu finanzieren und der Staat gibt mir ohne Abitur und Hochschulreife nicht die Möglichkeit einen vernünftigen Beruf auszuüben in dem ich genügend Geld verdienen kann.

    Stattdessen sitze ich heute in einem Haus mit 250 Quadratmetern, blicke morgens wenn ich aufstehe aus meinem Schlafzimmerfenster aufs Meer und stelle fest wie geil das Leben sein kann, wenn man eben gegen den Strom schwimmt. Wenn man was riskiert und sein Leben selbst in die Hand nimmt. Wenn man nicht den ganzen Tag jammert wie unfair das doofe Deutschland doch ist sondern lieber für seine Träume kämpft!

    Ich kenne genügend Menschen, die mit Handicaps, Krankheit oder Schicksalsschlägen ein erfülltes und glückliches Leben führen, und das in Deutschland – in diesem bösen Land in denen man fürs Nichts-Tun höher entlohnt wird als in jedem anderen Land. Aber diese Menschen sind eben nicht den einfachen Weg des Jammers gegangen sondern haben den vielleicht etwas steinigeren Weg gewählt.

    Man bekommt im Leben eben nichts geschenkt, es sei denn man entscheidet sich bewusst dafür lieber die Geschenke des Staats entgegenzunehmen anstatt was zu tun.

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