kik – Besser als wie man denkt

Seit gestern Abend redet wohl fast jeder in Deutschland über den großen kik-Skandal. Die ARD veröffentlichte einen Beitrag wo die Machenschaften und Arbeitsweisen von kik aufgedeckt und auf den Tisch gelegt wurden. Preisdumping in Bangladesh, Ausbeutung eigener Mitarbeiter, niedrige bis gar keine Qualität und auf der anderen Seite ein Stefan Heinig, der sich von dem Gewinn die Taschen voll stopft.

Aber ist das alles wirklich so neu? Haben wir das echt nicht gewusst? Sind wir nun tatsächlich so schockiert wie wir nach außen in tun?

Warum kauft man eigentlich bei kik? Die Antwort liegt wohl auf der Hand, weil es BILLIG ist!!! Erwarten die Menschen die bei kik einkaufen gehen wirklich, dass deren Produktionshallen direkt neben der von Prada stehen? Ich denke jeder der bei kik einkaufen geht, weiß zu welchem Preis er dort einkaufen geht, und es ist den Leuten egal, ob die Kleidung von Kinderhänden genäht werden und ob in Bangladesh die Leute verhungern – hauptsache es ist billig! Ausreden hört man nun, dass bedürftige ja keine andere Wahl hätten als bei kik zu kaufen, schließlich gäbe es ja nicht überall Second Hand Läden… Bedürftige, Bedürftige, sorry aber Bedürftige haben die Möglichkeit sich beim Amt zu melden, nach Unterstützung zu fragen und sich Kleidung aus der Kleiderkammer zu holen. Es ist schon verständlich, dass sich nicht jeder Markenklamotten leisten kann, es müssen ja auch nicht unbedingt Levis Jeans sein, aber muss es deswegen gleich kik sein? Gibt es denn keinen Mittelweg mehr?

Da wird eine Verona Pooth kritisiert, weil sie Werbung für kik macht. Nun gut, dass sie damit diese unmenschliche Ausbeute unterstützt, darüber wird sie vielleicht gar nicht nachdenken, so wie viele, wie die meisten. Es ist doch egal welches Produkt hinter der Werbung steckt, Hauptsache ist doch, dass das Komma an der richtigen Stelle sitzt. Soll man ihr deswegen wirklich einen Vorwurf machen, nur weil sie auf ihr Geld achtet? Muss man dann nicht allen Menschen, die bei kik einkaufen gehen einen Vorwurf machen? Nimmt man es genau, sind doch die Kunden schuld an dem Ganzen. Herr Heinig passt sein Angebot lediglich der Nachfrage an, und die Nachfrage lautet nun mal billig muss es sein. Es wird wohl kaum jemanden geben, der zu kik geht und sagt: „Ich möchte für dieses Shirt gerne EUR 9,90 bezahlen anstelle der ausgewiesenen EUR 1,99 damit die Kinder in Bangladesh was zu essen haben!“

Menschen die Wert auf Qualität legen und Wert darauf wo die Kleidung herkommt, die sie tragen, die gehen nicht zu kik. Menschen die zu kik gehen, legen lediglich Wert darauf, dass auch nach dem Einkauf das Geld in der eigenen Kasse noch stimmt – verurteilen aber auf der anderen Seite eine Frau Pooth dafür, dass sie auch so denkt.

Auf der anderen Seite bringt es aber wahrscheinlich auch recht wenig kik nun komplett zu meiden, was die Macher des Berichtes gerne bezwecken würden. Nimmt kik den Fabriken in Bangladesh nun keine Kleidung mehr ab, weil in Deutschland keine Nachfrage mehr ist, dann ist es nicht etwa so, dass die Näherin dort mehr verdienen, nein, sie verdienen gar nichts mehr, denn ohne Arbeit kein Geld.

So ist es nun mal auf der Welt, genauso wie in der Tierwelt – Fressen und gefressen werden!!! Und egal in welchem Bereich, so lange es Menschen gibt die Wert auf einen günstigen Preis legen, wird es auch immer Menschen geben die deswegen für einen Hungerlohn schufften müssen. Ich habe mir mittlerweile angewöhnt bei Vertbaudet mit Vorteilsnummern einzukaufen.

4 Kommentare zu „kik – Besser als wie man denkt“

  1. <<>>

    Dass ist genau das worüber ich in meinem Blog auch schon öfter geschrieben habe. Eigentlich kann man gar nicht oft genug darüber schreiben, darauf hinweisen.
    http://omegamatrix.blog.de/2010/08/03/zweck-verfolgt-globalisierung-politiker-wert-zeigt-zufriedenheit-bevoelkerung-9096609/

    Und ich hoffe der Geiz kommt KIK jetzt heftig zurück….indem Menschen dort nicht mehr einkaufen.

    Es wäre ganz gut, wenn es „genaue“ Listen gäbe, wo man einsehen könnte, welches Unternehmen mit solch Sklavenhandel agiert, um diese dann zu blockieren.

  2. Ich befürchte fast, dass man dann fast nirgends mehr einkaufen dürfte… Unter Aldi und Co leiden die Milchbauern usw. Billig hat nun mal seinen Preis. Ändern muss man das in den Köpfen der Menschen und das halte ich schier für unmöglich!!! Den meisten ist es doch wirklich schnurz piep egal wo die Sachen herkommen und warum die so billig sind. Sehr sehr traurig, aber Realität.

  3. Es fängt aber auch damit an, indem man in den Supermärkten nach bestimmten Waren zu fragen beginnt.
    Das tue ich schon immer öfter.
    Auch wäre es angebracht an die Konzerne Briefe, keine e-Mails, sondern Briefe zu schreiben, indem man verlangt bestimmte Waren in den Regalen vorzufinden, die „nicht“ mit Sklavenhandel zu tun haben.
    Wenn sich ein GROSSTEIL der Konsumenten die Mühe wenigstens machen würden, dann ist sicher vieles möglich.
    Man muss nur die Anregung geben, und öfter im Umfeld darüber sprechen und Mut machen. Mut zur Positiven Veränderung.

  4. Hej Mel,

    danke für Deinen wachrüttelnden Beitrag. Wer ein wenig sein Gehirn einschaltet, wird sich denken können, wie diese Billig-Klamotten hergestellt werden.
    Ich bin weiß Gott kein Marken-Fetichist, aber KIK hat mich noch nie von innnen gesehen.
    Aber was das Ausbeuten von Mitarbeitern betrifft, auch H&M und Walmart meide ich wie der Teufel das Weihwasser.
    Auch über Schlecker wurde eine Zeit lang nicht viel Positives berichtet. Da mussten die Verkäuferinnen eben oftmals ohne Telefon und Toilette auskommen.
    Also ich bin mir zwar natürlich nicht immer sicher, welche Läden ich meiden sollte – letztendlich bleiben da wohl auch nicht mehr viele übrig, in denen ich guten Gewissens einkaufen kann.
    Aber diejenigen, bei denen ich mir sicher bin, dass Mitarbeiter höchstgradig ausgebeutet werden, boykottiere ich.

    Gruß Sylvi

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