Jahresrückblick 2011

Das Jahr 2011 geht so langsam aber sicher dem Ende entgegen und es wird Zeit zurück zu blicken. Doch heute blicke ich nicht nur auf das Jahr 2011 zurück, sondern auch auf 14 Monate Ammerland.

In wenigen Tagen kann ich von mir behaupten, dass ich „dieses Jahr“ 30 werde, vielleicht auch ein Grund mal so ein wenig in der Vergangenheit zu schwelgen und einen Blick über die letzten fast 30 Jahre zu werfen.

Das Jahr 2011 war wie so viele Jahre in meinem Leben turbulent und aufregend, es sind Dinge eingetroffen und passiert, über die hatte ich letztes Jahr um die Zeit nicht mal nachgedacht, weil sie einfach kein Thema waren.

Während direkt zum Jahresbeginn Leon im Januar einen neuen Kindergarten besuchte, mischte am Monatsende „Bloggergate“  die Blogosphäre auf.

Gleich zu Beginn des Februars starteten wir spontan und völlig unerwartet ein neues Projekt. Den Erfolg den Schiffe-und-Kreuzfahrten.de mit sich bringt, den haben wir zu dieser Zeit nicht erwartet und schon gar nicht daran geglaubt. Doch die Nähe zur Meyer Werft brachte eine neue Leidenschaft in unser Leben, eine Leidenschaft, die wir gerne mit anderen Teilen.

Aus diesem Projekt heraus ergab sich gleich darauf im März bereits ein vielleicht einzigartiges Abenteuer für mich. So durfte ich mit einer Hand voll auserwählter Gäste die Emsüberführung der AIDAsol live auf dem Schiff miterleben. Desweiteren veränderte im März ein Tupperparty, die ich besuchte, vielleicht so ein wenig mein Leben. Ich entdeckte meine Leidenschaft für bunte Plastikdosen und war von nun an selbst als Tupperberaterin unterwegs. Wer hätte das gedacht? Von den Menschen die mich kennen wahrscheinlich niemand!

Der Sommer fand in diesem Jahr bereits im April statt. Ich kann mich sehr gut daran erinnern, dass wir im April bereits in Badesachen mit den Kindern im Pool geplanscht haben und an meinem Geburtstag Sonnenschirme aufstellen mussten um die Hitze zu ertragen. Julian ist im April 1 Jahr alt geworden, Wahnsinn wie schnell dieses ein Jahr verging.

Während der Mai eher unspektakulär war gab es für uns und für Leon im Juni, kurz vor seinem 3. Geburtstag ein kleines Schockerlebnis – ein Geräusch auf dem Herzen, der Verdacht auf einen Herzfehler, vielleicht ein Loch im Herz. Die Sorgen um die enorme Nackentransparenz und das ausgeprägte Hygroma Colli während der Schwangerschaften kamen wieder hoch, Ängste machten sich breit.

Im Juli wurde ich freudestrahlend zur „Tupperkönigin“ 😉 ernannt – OK nicht ganz, Gruppenberaterin passt da wohl eher… Dies verschaffte mit die Ehre, dass ich ab August ein wunderschönes Tupperauto fahren durfte. Nagelneu, 5 gefahrene Kilometer, was will man mehr. Außerdem ging ich nach 3,5 Jahren Pause in meinen erlernten Beruf zurück und startete als Reservierungsleiterin im Hotel neu durch. Der Verdacht dass Leon ein Loch im Herz hat bestätigte sich ebenfalls im August, doch kein Grund zur Sorge, es ist nicht behandlungsbedürftig, sollte allerdings beobachtet werden.

Der Herbst war nass und kalt, sowohl im September als auch im Oktober hätte man meinen können, dass der Sommer 2011 einfach übersprungen wurde und der Winter nicht mehr lange auf sich warten lässt. So fieberten wir entspannt und in Ruhe der besinnlichen Zeit entgegen, bis uns dann Anfang November der Schock des Jahres traf: Eigenbedarf – Umzug!!! Wir wollen nicht umziehen, doch was blieb uns anderes übrig. Die Entscheidung fiel spontan wie wir eben sind an die Flensburger Förde zu ziehen mit dem Ergebnis: Tupperauto weg, Job weg, Freunde weg 🙁 Einmal den Reset-Knopf drücken und Neustart!

Gut 14 Monate lebten wir im Ammerland. 14 Monate die mir länger vorkamen, eher so wie 30 Jahre. Vielleicht weil ich mich das erste Mal in meinem Leben so richtig Zuhause gefühlt habe. Doch ich kann euch sagen, das lag nicht an dem Haus in dem wir gelebt haben, auch nicht an der Gegend. Dass ich mich im Ammerland so wohl gefühlt habe lag ganz allein an den Menschen die mir dort begegnet sind und die mich auf meinem Weg begleitet haben. Der Umzug weg aus dem Ammerland nach 14 Monaten ist mir emotional schwerer gefallen, als der Umzug weg aus dem Rhein-Main-Gebiet, wo ich fast mein Leben lang gewohnt habe, wo ich geboren wurde wo ich aufgewachsen bin.

Und ich vermisse es. Doch ich vermisse nicht das Ammerland, ich vermisse die Menschen.

Ich vermisse meine engste Vertraute dort, die nicht nur Julian „in die Reihe“ gebracht hat. Sie war der erste Mensch außerhalb meiner eigenen kleinen Familie, bei der ich zu 100% ich selbst sein konnte, mit der ich über meine Probleme, meine Ängste, meine Sorgen sprechen konnte. Mit der ich so viel Spaß hatte, egal ob auf dem Papenburg Festival oder einfach mit den Kids auf dem Spielplatz oder bei einer Tasse Kaffee Zuhause.

Ich vermisse meine „Beste Tupperfreundin“ bei der es nicht nur den besten Kaffee und den besten Chai Latte gab. Vor allem gab es dort tolle Gespräche, jede Menge Wärme und ganz viel zu lachen.

Ich vermisse meine Arbeitskollegin, die mir nach so kurzer Zeit unheimlich ans Herz gewachsen ist. Schon fast wie eine kleine Schwester ist sie für mich geworden. Eine kleine Schwester, die in meiner Familie jederzeit willkommen ist.

Ich vermisse die Montag-Abende mit Menschen die einen auf andere Gedanken bringen. Mit Menschen die alle etwas gemeinsam haben, nämlich eine Leidenschaft. An nichts denken, die Sorgen vor der Tür lassen und einfach gemeinsam das „farbenfrohe Leben“ genießen.

Ich vermisse die Mädels aus dem Spielkreis, die mehr verbindet als nur die Kinder. Ich vermisse meine Nachbarin auf der anderen Seite vom Maisfeld.

Ich vermisse so viel und trotzdem freue ich mich nun hier zu sein, denn es ist wunderschön hier! Das Leben geht seine Wege und es liegt an uns ob wir diesen Weg mit Freude gehen oder ob wir uns versuchen dagegen zu sträuben.

Ich wünsche allen meinen Lesern ein besinnliches und schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Wer weiß was uns 2012 so bringt, welche Freuden, welchen Kummer, welche Herausforderungen…

2 Kommentare zu „Jahresrückblick 2011“

  1. Wow, es ist ja nicht leicht ein ganzes Jahr bzw. 14 Monate in einem Eintrag so genau zu beschreiben. Aber eins muss ich dir sagen.
    Du bist nicht die einzige die damit zu kämpfen hat aus einem gewohnten Umfeld heraus in ein neues zu kommen. Die Gedanken an altbekanntes und gewohntes kann man eben nur schwer los lassen!

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