Kindergartenfrust

Seit zwei Wochen nun habe ich unseren Großen im Kindergarten unter. Lange haben wir und vor allem auch er darauf gewartet. Er kann endlich wieder mit anderen Kindern spielen und sich austoben, so dass er am Mittag so richtig schön kaputt und ausgelastet ist und für mich beginnt damit die entspannter Zeit mit nur einem Kind am Vormittag Zuhause. Meine Brille absetzen und meine Augen ein wenig schonen, mich mit dem Kind ein wenig beschäftigen und vielleicht noch ein Buch lesen. So dachte ich jedenfalls…

Entspannt ist nämlich zur Zeit irgendwie so gar nichts. Zwar ist Leon jetzt wie geplant im Kindergarten und fühlt sich auch wohl, Zuhause komme ich aber trotzdem nicht zu mehr als sonst. Wer Kinder hat kennt es , die Phase wo die kleinen Sprösslinge versuchen gegen die Schwerkraft anzukämpfen in dem sie sich überall hochziehen, klettern, hinstellen, loslassen, hinfallen… Man kann die kleinen Racker keine Sekunde mehr aus den Augen lassen. Setzt man sie mal zwei Minuten in den Hochstuhl um mal schnell die Tageszeitung zu lesen oder in Ruhe einen Tee zu trinken, dann hat das mit allem zu tun nur nicht mit Ruhe. Dann meckern sie und quängeln sie was das Zeug hält weil sie wieder runter wollen zum weiter toben. Versucht man sie mit einem Keks ruhig zu stellen, dann funktioniert das auch mal für kurze Zeit, bis sie dann versuchen eigenständig aus dem Stuhl zu krabbeln. Und kaum sieht man auf die Uhr stellt man auch schon fest, dass der Vormittag wieder vorbei ist und der Große abgeholt werden darf.

Für gewöhnlich ist nun erst Mal Mittagsschlaf angesagt, für beide. Seit Leon aber in den Kindergarten geht ist er ein Löwe geworden der in keinster Weise mehr zu bändigen ist. Was er vorher nicht ausgelastet war ist er nun völlig überdreht und ist zu seinen Spitzen nicht mal ansprechbar. Ans Bett gehen ist da meist nicht zu denken, eher zeigen wir Mama und Papa den ganzen Mist, den wir uns bei den großen Kindern im Kindergarten abgeguckt haben. Ruhiger wird es meist erst gegen Abend und erst dann habe ich die Möglichkeit auch mal meinem Mann ein wenig bei der Arbeit unter die Arme zu greifen, nachdem ich dann noch den kompletten Haushalt vorher erledigt habe.

Spätestens jetzt ist klar, wenn ich demnächst wieder arbeiten möchte, dann brauche ich auch dringend einen Vormittags-Betreuungsplatz für Frindy, denn ansonsten arbeitet hier bei uns bald keiner mehr. Es ist ja auch nicht Sinn bringend, dass der Ehegatte 😉 seine Tätigkeiten am Vormittag ruhen lässt nur damit ich nen Halbtagsjob ausüben kann, wo er doch die Möglichkeit hat viel mehr zu verdienen als ich. Trotzdem möchte ich nicht untätig bleiben und nach Ablauf der Elternzeit weiterhin was zum Familienunterhalt dazu steuern.

Ab August hätte ich einen Krippenplatz für Frindy hier bei uns im Nachbarort. Allerdings wäre das nicht dort wo Leon hingeht. Das würde für mich bedeuten erst mal ein paar Kilometer in die eine Richtung, zurück, um dann nochmal ein paar Kilometer in die andere Richtung zu fahren. Bedenkt man das die Kindergärten nur für jeweils 4 Stunden sind rentiert sich das rein zeitlich schon nicht bei der hin und her Fahrerei arbeiten zu gehen, da ich wahrscheinlich auch nicht unbedingt direkt neben dem Kindergarten einen Job finden würde – das Gegenteil wäre wohl eher der Fall.

Der Kindergarten in den Leon geht, die nehmen Kinder erst ab 2 Jahre, was dann für mich im April 2012 interessant werden würde. Also rein arbeitstechnisch auch uninteressant, weil meine Elternzeit ja nun bereits dieses Jahr im April endet.

Nun habe ich den Tipp bekommen, dass in einem Nachbarort, der wenigstens annähernd auf dem Weg zu Leons Kindergarten liegt, eine Einrichtung ist, die eine Kindergartenvorbereitung anbietet, wo die Kleinen zweimal die Woche vormittags betreut werden können. Nach genaueren Recherchen wurde mir auch hier heute mitgeteilt, dass dies ebenfalls erst mit 2 Jahren möglich ist.

Na toll, da freut man sich bald wieder im alten Job arbeiten zu können, mal ein bisschen raus von Zuhause, wenigstens für ein paar Stunden die Woche wieder anderweitig als nur von der Familie gebraucht zu werden und da werden einem aus allen möglichen Richtungen Steine in den Weg gelegt.

Wie machen andere Mütter das? Bleibt ihr so lange Zuhause und lastet euren Männer alleine die Verantwortung auf Geld zu verdienen oder verlasst ihr euch darauf dass Oma und Opa allzeit bereit sind?

8 Kommentare zu „Kindergartenfrust“

  1. Was bin ich doch froh, nach Sachsen-Anhalt gezogen zu sein, hier ist es wesentlich einfacher und unkomplizierter, schon die Kleinsten von einem Jahr unterzubringen. Zudem haben die meisten Grundschulen an meinem Ort einen angeschlossenen Hort, was sehr praktisch ist. (Bei uns liegt die Kindergartenzeit ja schon eine Weile zurück und die war in Bayern auch komplizierter als hier.) Jedenfalls arbeitete ich damals vormittags, was eine sehr angenehme Abwechslung zum sonstigen Alltag war.

    Ich drücke dir die Daumen, dass ihr für euch alle eine gute Lösung findet.

  2. Plätze gibts hier auch für Kinder ab einem Jahr, sogar jünger. Problem ist nur, dass die eben überfüllt sind, weil die Nachfrage eben sehr groß ist. Und wenn dann ein Platz frei ist haben sie in der Gruppe für die älteren wo Leon dann hingeht parallel keinen Platz frei… aber das ist egal wo du hinschaust mittlerweile überall so. Wir hatten das Problem in Hessen, nun hier in Niedersachsen… ist ja auch von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich, je nachdem wie hoch der Bedarf überall ist. Mit den Bundesländern hat das recht wenig zu tun.

  3. Vor einigen Monaten gab es irgendwo sogar einen Beitrag, in dem bestätigt wurde, dass in Sachsen-Anhalt die Kinderbetreuung besonders gut abgedeckt ist. Von daher ist durchaus etwas dran, das zeigen mir auch die Erfahrungen meiner Bekannten mit Kindern in diesem Alter. 🙂

  4. Ok, mit Sachsen-Anhalt hab ich mich jetzt noch nicht so beschäftigt, aber da wird es bestimmt auch Gemeinden geben wo es besser und welche wo es etwas schwieriger ist.

  5. also ich bin keine 5 monate ,nachdem der kleine 2 wurde wieder arbeiten gegangen.hatte natürlich glück,ganz spontan einen kitaplatz zu bekommen.
    gehe jetzt 4 tage die woche für 18 std und das lässt sich super vereinbaren mit der zeit vom kleinen.morgens um 8 bring ich ihn hin und mittags um halb 3 hol ich ihn wieder ab.

  6. Ok, mit über zwei hätte ich auch keine Probleme mehr, denn ab 2 nimmt ja auch der Kindergarten in den Leon geht. Er ist ja auch noch keine 3.

  7. Bei uns sind die Krippen und Kindergärten ganztags. Das hat den Vorteil, dass die Kids sich intensiver mit anderen Kindern beschäftigen können, man ist nicht ständig unterwegs zum Bringen/Holen und kann schon paar Stunden arbeiten gehen. Die meisten Kindergärten machen 6.30 Uhr auf und schließen 17 Uhr. Meine Kids waren 9 Stunden angemeldet. So hatte ich mit meinen 6 Arbeitsstunden täglich (und 1,5 Stunden Fahrt insgesamt) noch nen kleinen Puffer, um mal schnell auf dem Heimweg einkaufen zu gehen.

  8. Bei uns gibt es auch Ganztagsplätze, das wäre hier nicht das Problem, kommt für mich allerdings partout nicht in Frage. Nicht jetzt und auch nicht in ein paar Jahren. Den Großteil der Zeit möchte dann doch ICH mit meinen Kindern verbringen. Wenn ich sie erst um 17.00 Uhr von der Kita abholen würde was bleibt denn da noch vom Tag? Kochen, Abendessen schlafen gehen… nee, dann hätte ich keine Kinder in die Welt setzen brauchen.

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