Freitag , 18 August 2017
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Tagesablauf einer Mutter


Früher, in meiner ersten 2-Zimmer-Wohnung, als ich noch nen Full-Time-Job in der 5-Sterne-Hotellerie hatte, fragte ich mich oft was Mütter und Hausfrauen denn eigentlich den ganzen Tag so treiben. Das bisschen Haushalt (damals 58m²) und mit den Kindern spielen, das kann einen doch nicht ausfüllen und über den ganzen Tag hinweg beschäftigen… Fällt einem da nicht irgendwann die Decke auf den Kopf? Sicherlich fragen sich noch mehr junge Frauen, die die Rolle der Mutter noch nicht kennen, wie so ein Tagesablauf einer Mutter denn aussieht…

Daher möchte ich hier mal n Schwank aus meinem Tagesablauf erzählen! Dazu möchte ich sagen, dass mein älterer Sohn 2 Jahre und 2 Monate und mein Kleinster 4,5 Monate alt sind und beide zur Zeit nicht in den Kindergarten gehen. Bis vor dem Umzug ging mein Großer unter der Woche vormittags für 4 Stunden in den Kindergarten, doch nun ist er die nächsten 3 Monate erst mal komplett zu Hause. Zudem haben wir wie ihr wahrscheinlich wisst 2 Hunde, Dalmatiner, die einem auch nicht wirklich weniger Arbeit machen, nein im Gegenteil…

Mein Wecker klingelt morgens spätestens um 7.00 Uhr, die Kinder schlafen noch, Zeit für mich ins Bad zu gehen um mich anzuziehen, zurecht zu machen und das Bad in einen trockenen und ansehlichen Zustand zu bringen (Dusche trocken wischen um Kalkflecken zu vermeiden, Waschbecken / Amaturen säubern und trocknen, etc). Gegen 8.00 Uhr wird dann auch schon der erste Zwerg langsam wach und will versorgt werden mit ner frischen Windel (die wenigsten Kinder sind mit etwas mehr als zwei Jahren schon sauber), frische und saubere Kleidung, Zähne putzen, Haare machen… Währenddessen war mein Männlein bereits mit den Hunden draußen bevor er sich auf den Weg zum Geld verdienen gemacht hat. Während Leon nun erst mal unten nach dem Rechten schaut und seine Spielsachen fleißig im Wohnzimmer verteilt kümmere ich mich um Junior Nummer 2, der ebenfalls ne neue Windel und frische Kleidung braucht. Anschließend bekommt er gegen 8.30 Uhr ne Flasche, so dass wir uns gemeinsam gegen 8.45 Uhr auf den Weg zum Bäcker machen können damit wir gegen 9.00 Uhr zusammen frühstücken können. Danach ist erstmal Spiel- und Tobzeit, während Frindy zufrieden quitschend in seinem Laufstall rumtrollt, spielt Leon bei gutem Wetter am liebsten im Garten oder wenn nicht möglich eben im Wohnzimmer, Spielsachen hat er ja genügend.

Die Zeit nutze ich um den Frühstückstisch abzuräumen, so dass hier wieder alles beim Alten ist. Da nach dem Frühstück eh die Krümmel unterm Tisch weggesaugt werden müssen, sauge ich anschließend das komplette Erdgeschoss ca. 100m² (täglich) und die Couch ab. Leon hilft mir meist mit seinem Ministaubsauger dabei.  Zusätzlich wische ich die 100m² 2-3 Mal pro Woche, je nach Bedarf. Nun ist erst Mal Spielzeit. Es wird gepuzzelt, Bücher gelesen, gemalt, gebastelt, im Garten rumgtobt, gekuschelt, eben alles was die Kinder in dieser Zeit von mir abverlangen.

Gegen 12.00 Uhr gibt es dann nochmal nen Snack für Leon und ne Flasche für Frindy, zwei frische Windeln und dann geht es ab zum Mittagsschlaf. Allerdings nur für die Kinder, ich habe nun geschätzte 2 Stunden um Wäsche zu waschen, abzuhängen, aufzuhängen, zu bügeln, das Schlafzimmer und Ankleidezimmer zu machen, Staub zu wischen, die Hunde zu versorgen und die Bäder nach Bedarf zu putzen, nicht zu vergessen das Büro und die ganzen Glasflächen die wir im Haus haben, die zu gerne Abdrücke von Kinderhänden oder Hundenasen haben…

Um 14.00 Uhr hat die Ruhe dann ein Ende! Da die Kinder noch nicht wirklich in ihren Zimmer spielen ist hier außer Betten machen und ein bisschen Spielsachen wegräumen nicht viel zu tun. 2-3x die Woche sauge ich nach dem Mittagsschlaf das komplette Obergeschoss (ca. 80m²) und einmal die Woche wird es gewischt. Da die Hunde nicht ins Obergeschoss dürfen, reicht das völlig aus. Da die Kids jetzt noch fit unf gut gelaunt sind geht es ab zum einkaufen (nicht täglich / nach Bedarf), anschließend werden die Einkäufe verräumt und Frindy bekommt eine Flasche. Auch Leon bekommt einen Nachmittagssnack, gerne auch was Süßes.

Danach ist wieder Spielzeit angesagt bei gutem Wetter gehen wir auch gerne spazieren, bis die Uhr 18.00 Uhr sagt und die Mama sich dran macht das Abendessen zu kochen. In dieser Zeit kümmert sich meist Papa um die Kiddies, oft hilft mir Leon aber auch beim kochen oder deckt den Tisch. Um 18.30 Uhr wird dann gegessen. Während ich im Anschluss den Tisch abräume und wieder säuber ist für die Kids Papa-Zeit. Jetzt wird noch kurz zusammen gekuschelt, vom Tag erzählt und gespielt bis es dann für Leon zwischen 19.30 und 20.00 Uhr hoch ins Bad geht – Zähne putzen, waschen, frische Windel, Schlafanzug um dann sauber und hundemüde ins Bett zu fallen. Nun wird auch Frindy gewaschen, gewickelt und umgezogen, eine Gute-Nacht-Flasche und auch er fällt schnell ins Land der Träume. Ich mache nun noch die Küche sauber, befreie das Wohnzimmer von Leon’s Spielsachen  und dann habe auch ich gegen 21.00 Uhr Feierabend und kann es mir mit meinem Mann bei Kerzenschein, ab jetzt Kaminofen,  gemütlich machen und den Rest des Abends die Zweisamkeit genießen.

Am Wochenende kommt dann natürlich noch die Gartenarbeit hinzu, wobei dort das meiste mein Männlein macht, vor allem was Rasenmähen und ähnliches betrifft.

Wer nun sagt Mensch, das ist doch gar nichts möcht ich sagen, dass so ein Tagesablauf nicht immer nach Plan läuft. Da fällt auch gerne mal einer hin, möchte getröstet werden, vermisst den Papa und ist daher launisch, ist krank und dementsprechend sehr pflegebedürftig… und auch die Nächte sind für eine Mama nicht immer ohne Unterbechung, während der Eine schlecht träumt und getröstet werden möchte, wird der nächste durch das Weinen seines Bruders wach und möchte ebenfalls Zuwendung. Die eine oder andere Milch oder einfach nur mal ein Schluck Wasser in der Nacht sind bei Kindern in dem Alter auch keine Seltenheit.

So weiß man am Ende eines jeden Tages was man geleistet hat doch vor allem hat man es gern gemacht. Denn auch wenn der Job Mama teils sehr anstrengend ist so ist er doch der schönste Job den man sich vorstellen kann.






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3 Kommentare

  1. Ja das kenne ich zu genüge. :)

    Und wer dann denkt, “och die werden ja größer und dann geht das alles”, hat da nicht immer Recht.

    Hausaufgaben, Spielen wenn die Freunde keine Zeit haben oder schlechtes Wetter ist, Schwimmbad, Fußball usw stehen auch bei den großen auf dem Plan. :)

    Aber ich wünsche dir mit deinen zwei Zwergen trotzdem viel Spaß, denn wie du schreibst ist der Job als Mama wirklich der beste. :)

  2. Und wenn ein Geldverdiener in der Familie nicht reicht, muss Mama auch arbeiten gehen (wenn sie Glück hat, darf sie 20 oder 30 Stunden, wenn sie Pech hat, muss sie 40 oder mehr Stunden jobben). Das kommt zum oben Beschriebenen (bis auf die Windeln und die Milchflasche) noch hinzu. Meine Zwerge waren beide 2 Jahre, als ich wieder arbeiten gehen musste. Bin täglich 6 Stunden im Büro und habe einen Fahrtweg von 45 min (eine Strecke!). Jetzt genieße ich noch die Tage, die mir beim 30-Stunden-pro-Woche-Job bleiben. In zwei Wochen ist diese schöne Zeit vorbei und ich bin täglich 10 Stunden von zu Hause weg. Dann müssen noch die Hausaufgaben kontrolliert werden, der Ranzen gepackt, Sorgen und Probleme ausgetauscht werden.
    Aber liebe Melvenue, da kommst du auch noch hin. Genieße die Zeit, wo deine Kinder noch so klein sind und du viel Zeit mit ihnen verbringen kannst.

  3. @Franka, ich denke auch, dass die Arbeit nicht unbedingt weniger wird wenn die Kids größer werden. Zwar können sie dann auch mal ne Weile alleine und selbstständig in ihrem Zimmer spielen oder bei Freunden, auf der anderen Seite aber muss man sie in die Sportvereine, zu den Freunden und sonst wo hin fahren, dazu kommen Hausaufgaben und all solche Sachen. Mama sein ist eine unbefristeter Vollzeit-Stelle, die mit viel Glück durch Dankbarkeit und Liebe der Kinder bezahlt wird ;-)

    @Xanni, hab ja bis vor kurzem selbst noch gearbeitet, dieser Teil fällt jetzt erst mal weg, bis beide Kinder einen neuen Betreuungsplatz haben. Leon kann ab Dezember wieder in den Kindergarten gehen und Mini-Pascal frühstens nächstes Jahr im August. Daher werd ich wohl noch ne Weile zu Hause bleiben.

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