Sonntag , 22 Oktober 2017
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Sprachentwicklung bei Kindern


Es ist schon interessant wie sich manche Menschen darüber amüsieren, wie schlecht so manches Kind redet. So kommt es häufig vor, dass man sich darüber lustig macht, dass ein Kind, welches gerade mal 2 Jahre alt ist noch nicht so viele Wörter deutlich aussprechen kann und das Meiste vom Gerede lediglich die eigenen Eltern verstehen. Doch woran liegt es eigentlich, dass Kinder so undeutlich sprechen? Liegt es an nicht vorhandener Konzentration oder daran, dass die Eltern nicht darauf achten aus Desinteresse, Zeitmangel oder weil sie ihr eigenes Kind ja verstehen?

Vielleicht liegt es aber auch einfach nur daran, dass es Kindern in diesem Alter von ihrem Fähigkeiten her gar nicht möglich ist deutlicher und besser zu sprechen. Hat darüber vielleicht schon mal jemand nachgedacht?

Im Alter von 2 Jahren ist die Aussprache bei den meisten Kindern noch ziemlich undeutlich. Oft sind es nur die Eltern, die das Kind verstehen. Die Kinder können zwar alle Vokale bilden, aber nur einen Teil der Konsonanten. In den folgenden 3 Jahren eignen sie sich auch die verbleibenden Konsonanten an, wobei im Alter von 5 Jahren immer noch etwa 30% der Kinder die Laute r,s und sch nur unvollständig bilden können. Die meisten Kinder sind aber in diesem Alter auch für Außenstehende gut verständlich.

Quelle: Remo H. Largo – Babyjahre

Es ist also demzufolge keine Schande für ein 2jähriges Kind wenn es die meisten Wörter in seinem Wortschatz noch nicht richtig aussprechen kann, im Gegenteil es ist sogar völlig normal.

Wie die Sprachentwicklung haben alle Entwicklungsschritte mit der Entwicklung des Gehirn zu tun und dieses wächst und entwickelt sich eben nicht vollständig über Nacht sondern braucht seine Zeit. Allen Eltern und Interessierten, die mehr über die Entwicklung von Kindern wissen möchten, was wann und wie möglich ist und wie die einzelnen Entwicklungsschritte ablaufen oder besser gesagt ablaufen können, da jedes Kind individuell ist, kann ich dieses Buch nur ans Herz legen.






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4 Kommentare

  1. Mir fallen dabei diese “Mein Kind kann aber schon … Was, Dein Kind kann noch nicht???”-Eltern ein. Schrecklich! Wenn das, was Eltern so von ihren Kindern erzählen, stimmen würde, müssten alle Kinder mit 6 Monaten laufen und mit 18 Monaten drei Sprachen fließend sprechen können. Mindestens.

  2. Oh ja, solche Eltern gibt es zu Genüge, furchtbar!!!

  3. Wie du weißt, hab ich zwei Kids. Sprachlich sind sie total verschieden. Mein Großer hatte genau die oben angesprochenen Probleme. Er war zwei, sprach schlecht und nur wenig. Viele Erwachsene kreideten uns Eltern mangelnde Aufmerksamkeit an. Unser Sohn war drei Jahre, es hatte sich nichts geändert. Nach Rücksprache mit der Kinderärztin war immer alles i.O. Unser Junge wurde 4, es gab jeden Abend Tränen im Bett, die Kinder im Kindergarten ärgerten ihn, er spreche wie ein Baby. Wir haben geübt, ohne Erfolg. Ich hab ihn getröstet, ihm die Reaktionen der Kinder erklärt, in der Hoffnung, er steht drüber. Nach 3 oder 4 Wochen bin ich wieder zur Ärztin, habe sie um eine logopädische Behandlung gebeten. Ohne Erfolg. Ich war so sauer. Ich weiß noch, wie ich die Ärztin angeschnautzt habe. Der Junge war seelisch angegriffen.
    Widerwillig hat sie mir die Verordnung gegeben. Beim ersten Termin bei der Logopädin wurde festgestellt, dass sein Zungenbändchen zu kurz war und er dadurch keine Kraft in der Zunge hatte, die Worte zu bilden. Diese dämliche Kinderärztin hatte dies nicht gesehen. Nach dem Schnitt und dem Training der Zunge ging es stetig bergauf.
    Bei der Kleinen haben wir von Anfang an drauf geachtet. Und? Wir waren wegen Lispeln in logopädischer Behandlung. Sie spricht perfekt, aber im Alltag kommt es immer wieder durch.
    Wichtig für die Sprache ist, dass die Kleinen schon als Baby viel mit dem Mund machen, damit sich die Muskeln kräftigen, die fürs Sprechen benötigt werden. Also darf auch mal das Spielzeug oral erkundet werden.
    Wenn die Kinder eine Einrichtung besuchen, ist immer wieder mit Rückschlägen zu rechnen,wenn kleinere Kinder in die Kindergartengruppe kommen. Die Größeren nehmen die Aussprache sofort an. Aber das gibt sich auch wieder schnell, da die Kleinen von den Großen lernen.

  4. Danke für deinen ausführlichen Beitrag Xanni, wow. Man sollte natürlich wie du sagst immer im Auge behalten ob sich die Sprache weiter entwickelt, ob sie generell versuchen zu reden oder eher von der stillen Sorte sind etc pp, alles was eben auf eine “Störung” hindeuten könnte. Hätte eure Ärztin früher reagiert, dann hätte man dem jungen Mann einiges ersparen können.
    Unser Leon sagt halt anstatt komm – pomm oder anstatt Milch – Bilch, anstatt Leon – Leon. Wie ich finde ganz normal für sein Alter. Wir achten natürlich drauf, ob sich das ändert. Anfangs waren beide Hunde Abo, mittlerweile sind es Rambo und Pombo (Pongo).

    Wie du auch sagst ist die Bewegung des Mundes ganz ganz wichtig, dass die kleinsten Babys bereits die Muskulatur des Mundes trainieren, daher viel saugen lassen, viel mit dem Mund ertasten und entdecken lassen, ab einem gewissen Fortschritt kauen lassen und das Essen nicht mehr klein machen und und und

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