Dienstag , 30 Mai 2017
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Raus aus den Windeln


Jeder der Kinder hat weiß wovon ich rede, Windeln wechseln am laufenden Band und das mal locker die ersten zwei bis drei Jahre. Bereits hier entstehen die ersten Problemchen, nicht jedes Kind verträgt jede Windel, nicht immer ist gleich eine Möglichkeit zum wickeln gegeben, die Windel aber ist voll. Ein wunder Po oder generell ein roter Windelbereich ist hier teils vorprogrammiert. Irgendwann kommt der Moment, da ist es an der Zeit mit der Sauberkeitserziehung zu beginnen. Doch wann genau ist hierfür der beste Zeitpunkt? Wann sollte man spätestens damit beginnen, damit das Kind nicht noch mit 4 Jahren Windeln braucht.

Und genau hier wären wir auch schon am Punkt, denn nicht die Eltern sollten entscheiden wann es soweit ist, sondern ganz alleine das Kind. So muss nämlich erst mal die “Leitung” zwischen dem Schließmuskel, der Blase und dem Gehirn stehen, damit das Kind überhaupt spürt dass es zur Toilette muss. Steht diese Leitung noch nicht, ist es völlig zwecklos das Kind öfter am Tag aufs Töpfchen

zu setzen. Zwar hat es dort vielleicht sogar Spaß, hin und wieder läuft oder fällt auch mal zufällig was rein, aber gezielt zur Toilette gehen wenn es muss, wird es bestimmt nicht. Sehr interessant und einleuchtend erklärt wird das im Buch Babyjahre von Remo H. Largo.

Wenn die Leitung dann allerdings steht und das Kind signalisiert, dass es spürt wenn es zur Toilette muss, dann sollte direkt mit der Sauberkeitserziehung begonnen werden. Hierzu sollte man allerdings wissen, dass ein Kind kein Training braucht indem es ständig und zu jeder möglichen Tageszeit aufs Töpfchen gesetzt wird, sondern Vorbilder, denen es nachahmen kann. So ist es sinvoll, wenn das Kind interesse an der Toilette zeigt, das Kind beim eigenen Gang mitzunehmen und es dabei zusehen zu lassen. Auch sollte man mit Beginn der Sauberkeitserziehung, sofern es auch die Jahreszeit zulässt, direkt auf die Nutzung von Babywindelnverzichten, da sich das Kind sonst an diesen Zustand gewöhnen kann und es für das Kind das natürlichste bleibt, in die Windel zu machen.

Doch was passiert, wenn man den Zeitpunkt verpasst, oder es Winter ist und man es nicht riskieren will dass das Kind ständig eine nasse Hose hat? Im schlimmsten Fall, gewöhnt sich das Kind wie oben erwähnt an den Zustand, es kann sogar vorkommen, dass Kinder sich weigern sich weiterhin wickeln zu lassen und lieber in ihrer vollen Windel weiter spielen. Nach dem Motto: Mein Geschäft gehört mir und das nimmt mir auch keiner weg.

Hier gibt es einfache und auch durchaus hilfreiche Tipps, die auch ich zur Zeit anwende um meinen Zwerg dazu zu bewegen auf Toilette zu gehen. Zum einen hilft es ungemein dem Kind tagsüber die Babywindeln eine Nummer kleiner als benötigt anzuziehen. Die Windel piekt und zwickt ab und an, macht das Kind Stuhlgang in die Windel ist es vom Gefühl her unangenehmer, als in einer passenden Windel. Das Kind macht einen direkt darauf aufmerksam, dass etwas in der Windel ist und es eine saubere Windel möchte. Mit der Zeit möchte das Kind dann gar nicht mehr in die Windel machen, da es ja weiß dass ein unangenehmes Gefühl auf es zukommt und gibt bescheid, dass es mal muss. Geht es dann aufs Töpfchen merkt es sehr schnell, dass das unangenehme Gefühl ausbleibt.

Ähnlich verhält es sich mit Urin, so habe ich immer nur die guten Babywindeln (in dem Fall Pampers) gekauft, weil es eigentlich die einzigen Babywindeln waren, die mein Großer vertragen hat. Nun während der Sauberkeitserziehung bin ich tagsüber auf günstigere und nicht ganz so komfortable Babywindeln umgestiegen, was zur Folge hat, dass es für meinen Sohn bereits nach kurzer Zeit unangenehm wird, wenn er in die Windel gemacht hat und er somit eine saubere Windel möchte. Wenn er nicht gerade durch spielen oder etwas anderes extremst abgelenkt is kommt er bereits bevor er in die guten Windeln macht und macht mich darauf aufmerksam dass er auf Toilette möchte um sich einfach das unangenehme Gefühl in der Hose zu ersparen.

Zwei Möglichkeiten, die ich wirklich weiterempfehlen kann, allerdings wirklich nur dann, wenn man sich sicher ist, dass das Kind bereits ein Gefühl für seine Blase und seinen Schließmuskel entwickelt hat. Andernfalls ist es pure Quälerei und kann zum gegenteiligen Effekt führen, nämlich dass das Kind irgendwann das Bedürfnis so lange unterdrückt, bis es zu Verstopfungen führt






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4 Kommentare

  1. Huch, dass sind ja Erziehungsmethoden. Wir fahren hier sehr gut mit der Methode, dass wir das Kind zwischendurch immer daran erinnern, dass man auch regelmäßig auf die Toilette gehen muss und nicht so lange warten sollte bis es schon fast zu spät ist und man gar nicht mehr hinkommt. Etwas Beobachten seitens der Eltern kann auch schon vor der o. g. Methode im Beitrag helfen, dem Kind zu zeigen, dass es auf Toilette muss und dann den Erfolg feiern. Denn durch Lob lernt das Kind mehr als durch Tadel. Lob ist positiv und Positives merkt man sich und man macht es gerne. Man lernt so auch, dass es ein natürliches Bedürfnis ist und es zum Leben dazugehört. Ständige Belohnungen sind da eher unangebracht.
    Aber zu enge Windeln wäre mal eine Variante wert. Für mich allerdings die letzte. Hilfreich ist es übrigens auch, wenn es doch öfter daneben geht als es sollte, dass die Kinder sich selber umziehen müssen und ggf. die dreckige Unterhose auch selbständig auswaschen sollten (würd ich aber nicht im 3Jährigen machen).

  2. Vorweg: Sauberkeitserziehung ist in meinen Augen ein ganz unpassendes Wort.

    Ich empfehle, mal nach “windelfrei” zu googlen. Ein Konzept mit einem interessanten Ansatz, wie ich meine. Falls ich nochmal ein Baby bekomme, werde ich das auf jeden Fall ausprobieren.

  3. @Eva, ich weiß zwar nicht was daran ein Tadel ist ein Kind in dem mehr als natürlichen Gefühl zu unterstützen dass es unangenehm ist in die Hose zu machen, aber nun gut. Wenn ein Kind keine Windel trägt, dann ist es auch unangenehm, wenn je nach Konsistenz das Geschäft womöglich noch an den Beinen runter läuft. Ich sehe eher einen Tadel darin, wie du es beschreibst, das Kind anschließend zur Bestrafung die dreckige Wäsche selbst auswaschen zu lassen. Aber da sind die Ansichten wie so oft im Leben halt verschieden.
    Wenn ich von einer kleineren Windel rede, dann bestimmt nicht davon einem Kind was sonst Größe 5 hat eine 3er Windel anzuziehen, denke da eher an eine 4+, die nur unwesentlich kleiner ist, aber weniger Flüssigkeit aufnimmt und am Po eben enger sitzt wenn ein Geschäft drin ist. So weiß das Kind, in die Hose machen ist unangenehm, das macht keinen Spaß, also geh ich lieber aufs Töpfchen.
    Erinnern daran, dass man öfter am Tag auf Toilette muss, tue ich mein Kind indem ich es bei jedem eigenen Toilettengang mitnehme. Das ist wie im Artikel beschrieben die Vorbild- / Nachahmfunktion.
    Was das Lob betrifft, nur weil ein Kind es als unangenehm empfindet in eine etwas zu enge Windel zu machen, heißt es im Umkehrschluss nicht, dass man es nicht zusätzlich dafür lobt, wenn der Gang aufs Töpfchen vorbildlich geklappt hat.

    Mein Sohn (2,5 Jahre) geht gern aufs Töpfchen und ist sehr stolz wenn alles geklappt hat, genauso stolz wie die Mama. Und das obwohl oder gerade weil er weiß, dass es eben nicht angenehm ist in die Hose (Windel) zu machen.

    @Tina, Sauberkeitserziehung ist tatsächlich das falsche Wort, aber man sagt eben allgemein und weitverbreitet so dazu ;-)

  4. Hi Mel! Ich kann Dir in den meisten Punkten zustimmen und finde es toll, meine Ansichten auch mal bei jüngeren Familien wiederzufinden. Denn das von Dir beschriebene oft praktizierte Töpfchentraining (also schon sehr früh regelmässig auf den Topf setzen)erlebe ich sehr oft und frage mich, wozu das gut sein soll. Außer dass man Stress verbreitet und in meinen Augen kein positiver Bezug zum Topf hergestellt wird.

    Und dreckige Wäsche selbst auswaschen? Wow, das nenn ich mal ne nette Erziehungsmethode. Also wenn ich sehe, wie unglücklich meine Zweijährige ist, wenn mal was in die Hose geht, ist das schon genug schlimme Erfahrung.

    Ach und wir haben übrigens das Töpfchen, welches in Deinem Beitrag abgebildet ist. Am Anfang fand ich den so doof, weil der permanent diese ohrenverletzenden Musiken spielte. Aber mittlerweile finden wir den alle lustig wegen des Geschäftserfolgs anzeigenden Musiktheaters. LG Kaddi

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