Sonntag , 20 August 2017
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Krankengymnastik für Babys


Sucht man im Internet gezielt nach Krankengymnastik für Babys stellt man schnell und wie ich finde erschreckend fest, dass die erste Seite der Suchergebnisse voll gestopft ist mit Fragen wie “Mein Baby muss zur Krankengymnastik, ist das wirklich nötig?” oder “Muss mein Kind wirklich zur Krankengymnastik?“. Liest man sich den Text zu den Fragen genauer durch, dann geht den Fragen meistens die Erklärung voraus, dass der Kinderarzt die Krankengymnastik empfohlen hat weil das Kind zur U-Untersuchung das ein oder andere noch nicht konnte oder es eine sehr deutliche Lieblingsseite hat und die andere Seite völlig ignoriert.

Die Fragen der besorgten Mütter werden dann auch von anderen Müttern beantwortet: “Mach dir keine Sorgen, dein Kind entwickelt sich völlig normal, lass dich nicht verrückt machen!” oder “Wenn dein Kind mit 18 Monaten noch nicht krabbelt dann hast du Grund zur Sorge und solltest vielleicht zur Krankengymnastik gehen, vorher allerdings nicht!” oder “Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich, noch lange kein Grund mit einem Kind zur Krankengymnastik zu gehen!

Ich frage mich hier, was finde ich tatsächlich schockierender, die Tatsache, dass Mütter die Empfehlungen der Ärzte in Frage stellen oder dass andere Mütter den besorgten Müttern empfehlen sich gegen die Anweisung vom Arzt zu wiedersetzen? Was bitte ist an Krankengymnastik so schlimm? Schaden tut sie dem Baby gewiss nicht, im Gegenteil, eher wird sie dem Kind sogar helfen. Ist es der zusätzliche Zeitaufwand, den die Mütter scheuen, oder ist ihnen die Entwicklung ihres Kindes etwa nicht wichtig genug?

Auch wir gehen seit einigen Wochen zur Krankengymnastik. Bei Frindy wurde bei der U5 eine einseitige Vorliebe festgestellt. So rollte er verdammt stolz durchs ganze Haus und auch das Kreisrutschen wurde zu seiner Lieblingsbeschäftigung, aber eben immer alles nur über die selbe Seite. Zudem hat Frindy einen einseitig abgeflachten Schädel, was ebenfalls sehr deutlich auf eine Einseitigkeit hinweist.

Unsere Kinderärztin empfahl uns schnellstmöglich mit Krankengymnastik zu beginnen, um dem ganzen schnell und gezielt entgegen zu wirken. Gesagt – getan, bereits 3 Tage später hatten wir den ersten Termin. Voraussetzung für eine erfolgreiche Krankengymnastik sind allerdings nicht nur die Stunden mit der Therapeutin an sich, sondern auch, dass man die Übungen regelmäßig Zuhause wiederholt.

Schon nach der ersten Woche konnten wir bei Frindy deutliche Fortschritte erkennen. Er nutze immer häufiger auch seine nicht so geliebte Seite um sich zu drehen und auch das Greifen nach Gegenständen erledigte er nun auch mit seiner “schwächeren” Hand.

Frindy hatte schon teilweise sehr interessante Bewegungsmuster, die er sich antrainierte. Ob es die Art war sich hinzusetzen oder die Versuche zu krabbeln. Der Therapeutin war von Anfang an klar so wird das nichts. Durch gezieltes Eingreifen in seine gewohnten Bewegungsmuster bekam er nun eine Hilfestellung wie es für ihn einfacher wird. Und siehe dar, schon nach ein paar Wiederholungen der Übungen übernahm Frindy die neuen Bewegungsmuster und ist in seinem gesamten Tun um einiges sicherer geworden.

Zudem verbesserte sich auch seine Laune, denn durch die Hilfestellungen der Therapeutin und Zuhause durch uns, will er nun nicht mehr nur, sondern kann auch!

Auch sein Schlafverhalten ist mittlerweile ein anderes, so liegt er nun nicht mehr nur auf seiner Lieblingsseite, was seine gewöhnungsbedürftige Kopfform verursachte, sondern schläft immer öfter auch auf der anderen Seite. Auch wenn hier die Unterschiede noch nicht so enorm sind, so kann man dennoch schon eine Verbesserung der Kopfform erkennen.

Daher mein Tipp an alle Mütter, die eine Überweisung für ihr Baby zur Krankengymnastik erhalten haben: Nehmt es an und nutzt die Möglichkeit euer Kind in seiner körperlichen und motorischen Entwicklung zu unterstützen. Desto länger man es auf die lange Bahn schiebt, desto eingefahrener sind die Bewegungsmuster. Demnach wird es immer schwieriger dem entgegenzusetzen und sein Baby in die richtige Richtung zu bringen. Es gibt einfach Dinge, die erledigen sich nicht von allein – da muss geholfen werden. Ich schätze die Kompetenz der Kinderärzte in Deutschland so hoch ein, dass sie den Unterschied zwischen, das wird schon und da muss man nachhelfen erkennen können.

Bildquelle: http://www.therapeuticum.de/






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4 Kommentare

  1. Hallo!

    In genau so einer Praxis waren wir mir unserer Eva auch als sie ca. 11 Monate als war. Alle in unserer Krabbelgruppe waren schon flott unterwegs aber Eva hatte einfach keine Lust! Wie das so ist macht man sich natuerlich Sorgen aber unser Hausarzt meinte wir sollten noch 1-2 Monate abwarten…

    Am naechsten Tag waren wir dann bei einem solchen Bewegegungsspezialisten (habe den Namen vergessen) und der hat Eva einfach nur ca. 20 Minuten untersucht und sie dabei am ganzen Koerper “abgefasst” (besseres Wort faellt mir nicht ein). Danach sagte er uns alles sei okay mit ihr und wir sollten uns keine Sorgen machen. Falls es nicht in wenigen Monaten los ginge mit den Grabbeln sollten wir uns von dem Hausarzt ein paar Stunden Therapie verschreiben lassen.

    Nun was soll ich sagen: Am kommenden Tag krabbelte Eva los !!!

    Wir konnten es kaum fassen und ich bin dem Mann super dankbar was auch immer er mit unserer Eva in den 20 Minuten auch gemacht hat.

    Nun mit 14 Monaten hat sie vor 3 Wochen mit dem Laufen begonnen und alles ist bestens ;-)

  2. @DarkVamp, wenn die Ärzte sagen es ist alles OK mit der Entwicklung ist es doch super, dann gibt es ja auch eigentlich keinen Grund zur Sorge. Manche Kinder sind eben wirklich etwas später und andere etwas früher dran. Und mit 14 Monaten laufen, ist doch Klasse – jetzt geht es für euch als Eltern richtig los!

    Seit wir mit Mini-Pascal bei der Krankengymnastik sind kommt er auch ordentlich vorwärts, eine Herausforderung für Mama und Papa, denn nun müssen wir manchmal zwei Gauner wieder unter irgendwelchen Tischen rausfischen nachdem wir sie “stundenlang” suchen mussten ;-)

    In eurem Fall würde ich sagen hat der Arzt vollkommen richtig entschieden und den Unterschied erkannt, dass Eva sich mit dem Krabbeln etwas länger Zeit lässt als andere und es keinen Handlungsbedarf gibt – bei uns gibt es Handlungsbedarf was auch unsere Ärztin richtig erkannt hat.

  3. Ne es war ja ein wenig anders … Der Therapeut (Logopaede? verdammt wie hies das noch) hat bei Eva irgendwas gelockert (muss mit diesen Chinesischen / Japanischen Kontaktpunkten zu tun haben) wodurch sie auf einmal von einem Tag auf den anderen loslegte mit dem Krabbeln. Ich finde man sollte immer erst zu so einem Spezialisten gehen bevor man zur Krankengymnastik geht.

  4. Bei meinem Sohnemann war es wie bei eurem Schatz. Er hatte eine Lieblingsseite, ich glaube Schräglage wurde das genannt. Meine Kinderärztin sagte, wir sollten mit ihm zur Krankengymnastik gehen und ich überlegte keine Sekunde, ob das wirklich sein müsste.

    Sohnemann, zu dem Zeitpunkt 3 oder 4 Monate alt, sprach sofort auf die erste Stunde an, fleißig wurde zu Hause ebenfalls das Gezeigte und Erklärte mit ihm umgesetzt und schon die sechste Stunde von insgesamt zehn Therapiestunden war beinahe überflüssig, trotzdem nahmen wir die letzten paar Sitzungen wahr.

    Ich kann nicht verstehen, wieso man sich um so etwas herumdrücken möchte. Viel schlimmer wäre es doch, wenn das Kind Spätfolgen davontragen würde. Erschreckend!

    Ich kann mich deinem Appell nur anschließen: Geht mit euren Kindern zum Krankengymnast, wenn es verordnet wird! Wer sich unsicher ist, ob das sein muss, kann ja noch einen zweiten Kinderarzt oder einen anderen Spezialisten für den jeweiligen Befund zu Rate ziehen – aber doch nicht andere Muttis in Mama-Foren!

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