Sonntag , 22 Oktober 2017
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Jedes Kind kann schlafen lernen


Kennen wir das nicht alle? Der Tag war schon hart genug, es ist spät und das Kind soll nun endlich schlafen. Doch kaum legt man es ins Bett geht es los. Das Kleine ist unzufrieden, weint, quängelt – kaum nimmt man es auf den Arm und wiegt es ist es schlagartig ruhig und zufrieden.

Legt man es dann wieder ins Bett geht das Gemecker von vorne los. Das Kind möchte nur bei Mama schlafen, am liebsten wiegend und singend auf dem Arm… Dass dieses Hin und Her mit der Zeit ziemlich an die Substanz geht kennt fast jede Mutter aus eigener Erfahrung. Das Kind MUSS jetzt lernen alleine im Bett zu schlafen, schließlich kann man es ja nicht ewig in den Schlaf wiegen.

“Jedes Kind kann schlafen lernen” verrät einem wie! Hier wird ein Plan beschrieben wie man das Kind in bestimmten Zeitintervallen kontrolliert schreien lassen soll, so dass das Kind lernt sich alleine zu beruhigen und alleine in den Schlaf zu finden. Das helfe auch nachts, wenn das Kind wach wird – denn wenn es abends alleine einschlafen kann, dann kann es das nachts auch wieder. Nach ein paar Tagen soll der “Fluch” vorbei sein, man könne sein Kind wach ins Bettchen legen und es schläft dann nach kurzer Zeit von alleine ein, ohne Geschreie, ohne Gemecker! Viele Mütter haben es ausprobiert und sind überzeugt, denn es scheint zu funktionieren. Die Mütter haben nun abends ihre Ruhe und Zeit für andere Dinge.

Doch wie geht es eigentlich dem Kind dabei? Wäre es nicht viel interessanter und effizienter sich in das Baby hinein zu versetzen und sich zu fragen warum das Kind eigentlich weint, jedesmal wenn es darum geht schlafen zu gehen?

Babys haben Angst los zu lassen. Loslassen vom Bewusstsein, loslassen von der Wachheit, loslassen von der Mutter. Kinder wiegen sich gerne in Sicherheit, sie brauchen das Vertrauen, dass jemand da ist, am liebsten die Mama. Denn nichts ist einem Baby so vertraut, wie die eigene Mama – ihr Geruch, ihre beruhigende Stimmer, ihr Atem, ihr Herzschlag. Immerhin hat es rund 40 Wochen in dieser Umgebung verbracht. Der abendliche Abschied ist für Babys ein Abschied für immer, denn sie haben noch nicht das Wissen, dass wenn sie am nächsten Morgen aus ihrem Schlaf erwachen die Mama wieder da ist. Sie haben Angst ihre Mama, ihre Vertrautheit für immer zu verlieren. Ein angeborener Instinkt lässt sie schreien, denn wenn sie schreien kommt die Mama wieder. Und desto länger sie alleine sind, desto lauter werden sie. In der Zeit unserer Vorfahren, in der Steinzeit war das die einzige Möglichkeit für ein Baby zu überleben.

Lässt man das Baby schreien verliert es bald die Kraft und schläft vor Erschöpfung ein. Lässt man es wiederholt Abend für Abend schreien, so wird das Baby schon nach wenigen Tagen nicht mehr schreien wenn es ins Bett gelegt wird, denn es hat etwas fürs Leben gelernt: Egal wie lange und wie laut ich schreie, es bringt ja doch nichts, denn Mama kommt sowieso nicht, dann kann ich es auch gleich lassen. Ein natürlicher Instikt wurde hier durch das Handeln oder besser gesagt durch das Nicht-Handeln der Mutter abgetötet. Dies zieht sich durch das komplette Leben eines Kindes, die eigenen Eltern werden bei Problemen und Sorgen niemals die erste Anlaufstelle sein, denn im Unterbewusstsein des Kindes ist etwas fest gespeichert: Meine Eltern sind nicht für mich da!

Man sollte dem Kind also das Vertrauen und die Sicherheit geben, die das Kind benötigt. Wenn es schreit gehe ich zu meinem Kind, tröste es und zeige ihm, dass ich da bin, egal was ist und egal wie oft oder wie lange. Ich gebe meinem Kind die Sicherheit, dass es mir vertrauen kann, immer und überall. Wenn es meine Nähe beim einschlafen, bei diesem schwierigen Moment los zu lassen braucht, dann gebe ich meinem Kind diese Nähe. In dieser oft sehr schwierigen und anstrengenden Zeit für die Mutter bildet sich das Urvertrauen. Das Baby lernt sich auf seine Instinkte und auf sein Vetrauen den Eltern gegenüber zu verlassen.

Kinder bzw. Babys die man nicht schreien lässt schlafen im Übrigen genauso früh alleine in ihrem Bettchen ein wie Kinder die man schreien lässt, nur dass Kinder, die nicht schreien mussten ein ganz anderes Vertrauensverhältnis zu ihren Eltern haben werden. Denn in ihrem Unterbewusstsein ist auch etwas fest gespeichert: Meine Eltern sind für mich da! Ich kann ihnen in jeder Lebenslage vertrauen.

Schlafen hat nichts mit LERNEN zu tun, sondern mit Vertrauen und Sicherheit!






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2 Kommentare

  1. Das kann man so nicht sagen. Mein Sohn hat bis zu 27 mal die nacht geschrien und zwei Flaschen Milch getrunken. Meine Frau und ich waren nach 10 Monaten am Ende unsere Kräfte. Da habe ich eine Anleitung auf der Seite der Charite gefunden: http://www.charite.de/dgsm/rat/kind.html
    Damit hat sich unser Leben schlagartig verbessert. Nach nur einem Abend schreien schlief unser Sohn 10 Stunden am Stück und war am nächsten Tag super entspannt und gut aufgelegt. Er hatte sich anscheinend angewöhnt wenn er mal nachts aufwachte nach uns zu schreien. Er gab auch keine ruhe bevor nicht jemand kam und ihm zumindes den Schnuller wieder in den Mund steckte. Jetzt geht es uns allen besser. Er schläft inzwischen bis zu 12 Stunden am stück und weint nur noch selten wenn er ins Bett gebracht wird.

    Gruß
    Thomas

  2. Danke für den Beitrag! Aber wie du schon sagtest, deine Frau und du, ihr wart mit eurer Kraft am Ende. Ihr habt die Methode angewandt, damit es euch wieder besser geht. Natürlich sind alle Kinder verschieden. Der eine schläft direkt von Anfang an durch, der nächste brauch lange. Mein großer wollte mit über einem Jahr nachts ab und an noch in den Schlaf gewogen werden, ich habe es getan, mitlerweile ist er zwei und möchte nicht mehr gewogen werden, der würde mir was erzählen wenn ich auf die Idee kommen würde. Ich habe im Übrigen noch von keinem Menschen geört, der im Erwachsenenalter noch in den Schlaf geholfen bekommen muss, diese “Angewohnheiten” legen sich in den ersten beiden Jahren ganz von alleine, auch wenn man sie nicht schreien lässt.
    Mein Kleiner schläft von Anfang an nachts durch, anfangs nur bei mir im Bett im Arm, irgendwann dann in seinem Stubenwagen bei uns im Zimmer und nun in seinem eigenen Zimmer. Meist schläft er ganz von alleine ein, aber es gibt Nächte wo er mich braucht und es alleine nicht schaft.

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