Sonntag , 24 Juni 2018
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Die Sache mit den faulen und egoistischen Müttern


Die Tage habe ich einen ganz interessanten Artikel gelesen in dem es um faule Mütter und egoistische Mütter ging und darum dass zwischen den beiden Parteien ein ewiger und nicht mehr enden wollender Kleinkrieg herrscht – und ja ich kann mich dem irgendwie nur anschließen und das ganze bestätigen, zwischen den Parteien scheint tatsächlich Krieg zu herrschen…

Doch erst einmal vorweg, was sind eigentlich faule Mütter und was sind egoistische Mütter?

Faule Mütter sind natürlich die Mütter die offiziell als Hausfrauen Zuhause sitzen und keiner klassischen beruflichen Tätigkeit nachgehen, entsprechend sind egoistische Mütter natürlich diejenigen die arbeiten gehen, nicht nur mal so nebenher, sondern mit dem Anspruch Karriere zu machen.

Und anstatt dass man jede einfach das machen lässt was sie möchte oder braucht, so zieht man lieber ein wenig übereinander her und stellt die andere Seite als schlechter dar.

Ich kenne einige Frauen die in der selben Situation sind wie ich, der Mann ist selbstständig, viel unterwegs, hat keine geregelten Arbeitszeiten und genügend Arbeit auf dem Bürotisch liegen um damit theoretisch eine komplette Siedlung zu beschäftigen. Wir Frauen, offiziell Hausfrauen, packen da natürlich mit an, versuchen unseren Männern zu helfen und halten ihnen den Rücken frei. Die Möglichkeit einer geregelten Beschäftigung nachzugehen haben wir organisatorisch meist gar nicht, da uns auf Grund der Selbstständigkeit unserer Männer dafür meist die Planbarkeit und die Flexibilität fehlt. Die Männer müssen also in der Lage sein mit dem was sie tun in unseren Fällen Vier- oder Fünfköpfige Familien ernähren und versorgen, was in vielen Angestelltenverhältnissen in der heutigen Zeit gar nicht mehr möglich ist.

Wir Frauen sitzen also nun offiziell Zuhause, was wir da den ganzen Tag machen übersteigt denke ich in vielen Fällen die Vorstellungskraft berufstätiger Mütter. Die meisten denken doch wir wischen hier ein bisschen und dort ein bisschen, legen dann die Füße hoch, schalten den Fernseher ein und lassen es uns gut gehen während unsere Männer uns nett durchfüttern.

Oft höre ich “du weißt doch gar nicht was es heißt neben Haushalt und Familie arbeiten zu gehen” – stimmt weiß ich nicht, ich war schließlich nie neben Haushalt und Familie arbeiten in den Anfängen der Selbstständigkeit wo die Einnahmen eben noch nicht reichten um davon zu leben und ich sitze jetzt auch nur rum und drehe Däumchen.

Ich höre Sachen wie “du hast doch keine Ahnung welchen Druck ich im Büro zusätzlich habe” – stimmt ich habe keine Ahnung von Druck, ich kenne auch keinen Existenzdruck, wenn es im eigenen Geschäft eben mal nicht so gut läuft und alle noch mehr zu tun haben als sonst eh schon und keiner weiß ob die Taktik so aufgeht.

Ich höre Sprüche wie “du hast es gut, kannst dich doch nicht beschweren” – ja ich habe es gut, vor allem dann wenn mein Mann mal wieder mehrere Wochen am Stück geschäftlich unterwegs ist, Abends nicht Zuhause ist um mit seiner Familie gemeinsam zu essen, seine Kinder ins Bett zu bringen. Besonders gut habe ich es dann, wenn sowohl die Belange der Familie und des Haushaltes als auch die Belange im Büro ganz alleine auf meinen Schultern lasten und das nicht nur für ein oder zwei Tage.

Und da gibt es noch einige mehr Sprüche die man sich den lieben langen Tag von offiziell berufstätigen Müttern anhören muss. Und ich bin da auch kein Einzelfall, denn Frauen in meiner Situation gibt es viele, ich kenne viele und es ist überall das selbe – Vorwürfe! Vorwürfe man würde sich vom Mann durchfüttern lassen, Vorwürfe man könne nicht für sich selbst sorgen, Vorwürfe man hätte keine Ahnung von Doppelbelastung, Vorwürfe man würde geistig verblöden und und und.

So hart es nun für manch einen vielleicht klingen mag, aber wir faulen Mütter sind uns da relativ einig, dass es oft der Neid ist der zu genau solchen Vorwürfen führt und nicht der persönliche Anspruch auf Erfolg und Karriere. Denn es geht auch anders, es geht auch ohne gegenseitige Vorwürfe, es geht in einem friedlichen und ausgeglichenen Miteinander, wo man sich austauscht und die Arbeit der jeweils anderen respektiert und zu schätzen weiß.

Ausgeglichene Mütter, die mit ihrem Job, mag es nun der Job Zuhause als Hausfrau oder der Job in einer Firma sein, zufrieden sind, die glücklich mit ihrem Leben und ihrer Entscheidung sind haben keinen Grund anderen Vorwürfen zu machen und deren Entscheidung schlecht zu reden. Ausgeglichene Mütter gibt es aber leider viel zu selten….






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