Sonntag , 20 August 2017
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Brieffreunde


In der heutigen Zeit muss irgendwie alles schnell gehen. Schnell einkaufen, schnell telefonieren, schnell mal ne SMS schicken, schnell mal ne Mail verschicken… Apropos Mail verschicken, ist es nicht total traurig dass heutzutage eigentlich überhaupt keine Briefe mehr verschickt werden? Man tauscht sich per Mail aus, hält sich per Social Networking auf dem Laufenden, lädt Fotos hoch oder verschickt sie als Anhang. Ich weiß noch früher, da hat man Briefe geschrieben – Seiten lange… Ich hatte damals auch Brieffreundinnen, mehrere an der Zahl. Die meisten hatte ich im Urlaub kennengelernt, man wollte anschließend weiterhin in Kontakt bleiben. Bei zweien ging das sogar über Jahre, bis in die späte Pubertät hinein. Bei einer verflüssigte sich das dann auch irgendwann, schade eigentlich. Mit der anderen stehe ich heute noch in Kontakt. Zwar schreiben wir uns heute keine Briefe mehr sondern Nachrichten bei wkw, aber trotzdem wir stehen noch immer in Kontakt und das jetzt bereits seit 14 Jahren.

Dennoch finde ich es irgendwie traurig, dass es diese typischen Brieffreundschaften wie es sie früher gab heute irgendwie nicht mehr gibt. Umso mehr hat es mich gefreut als vor kurzem ein Brief in unserem Briefkasten lag, der an Leon gerichtet war. Sein Kindergarten-Freund Jan, den er in der alten Heimat zurücklassen musste, schrieb ihm einen lieben Brief und legte ein paar Fotos von sich bei (OK, die Mutter schrieb den Brief, schließlich kann der Zwerg mit knapp 3 ja noch nicht schreiben, aber egal). Ich nahm das zum Anlass und ging heute mit Leon in ein Schreibwarengeschäft um für ihn Briefpapier zu kaufen, damit er seinem Freund Jan zurückschreiben kann. Ich möchte diese vielleicht entstehende Brieffreundschaft zwischen diesen beiden Zwergen auf jeden Fall unterstützen und solange die zwei eben noch nicht selbst schreiben können müssen wir Mamas das eben übernehmen. Ich finde solche Brieffreundschaften toll, mein Kind soll nicht nur mit den Kommunikationswegen der heutigen Zeit groß werden. Er soll dieses tolle Erlebnis spüren, wenn man jeden Morgen mit ner Portion Vorfreude zum Briefkasten rennt um zu schauen, ob ein Brief gekommen ist. Ihn öffnen, das Papier in der Hand halten und sich überglücklich an seinen Schreibtisch setzen um den Brief zu beantworten und seinem Freund die neusten Neuigkeiten mitzuteilen.

Es ist vor allem auch sooo schön, nach Jahren die alten Briefe aus einer Kiste zu holen und in Erinnerungen zu schwelgen.






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Ein Kommentar

  1. Hallo,
    Ich finde es wunderschön wie sie ihren Sohn und die Brieffreundschaft unterstützen. Ich möchte auch gerne sagen, dass es auch noch Brieffreundschaften in Zeiten von Whatsapp oder Facebook gibt. Ich selbst habe ein paar Brieffreunde, aus vielen anderen Ländern. Das Gefühl einen schönen Brief zu schreiben oder im Postkasten nach einem anstrengendem Tag einen zu entdecken will ich nicht missen ♥

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