Freitag , 18 August 2017
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Zu Lasten der Kassen – Warum Versicherungsbeiträge immer teurer werden


Noch nie mussten Versicherungsnehmer der gesetzlichen Krankenkassen so viele Erhöhungen und Zusatzbeiträge über sich ergehen lassen wie in den letzten Jahren. Eine Erhöhung folgt auf die andere und hinzu kommen immer mehr Zusatzbeiträge die ebenfalls monatlich fällig werden. Spitzt man seine Ohren und hört sich die Meinungen des Volkes dazu an dann bekommen die Wörter Frechheit oder Unverschämtheit ganz neue Bedeutungen.

Doch woran liegt es dass die Beiträge immer höher werden und man gleichzeitig weniger beim Arzt dafür bekommt? Denn auch beim Arzt warten immer mehr Zuzahlungen auf einen. Manchmal sind die Zuzahlungen so hoch, dass sogar ein Kredit aufgenommen werden muss, denn nur so können die Kosten einigermaßen abgedeckt werden. Eigentlich ist nichts mehr so wie früher.

Viele meinen ja die Politiker würden von unseren Beiträgen ihre Urlaube bezahlen und sich hin und wieder ein paar schöne Tage machen, doch ganz so einfach ist das nicht.

Die Gelder die von den Kassen eingenommen werden, werden lediglich teilweise ungerecht und in meinen Augen auch ungerechtfertigt verteilt. Viele Menschen bestehen einfach auf vielleicht unnötige Leistungen, nur weil sie ihnen zustehen. So ist es für manch einen beispielsweise unzumutbar zur 1 Kilometer entfernten Physiotherapie mit dem Bus zu fahren, wo einem doch auch ein Taxi auf Kosten der Kasse zusteht.

Ich kenne eine junge Mutter die sich zur Zeit eine Haushaltshilfe von der Kasse bezahlen lässt. Vor 8 Wochen hatte sie einen ungeplanten Kaiserschnitt, zudem hat sie eine 3jährige Tochter Zuhause. Ja tatsächlich alles nicht so einfach Haushalt und zwei Kinder unter einen Hut zu bekommen und das mit einer Kaiserschnittnarbe. Vor allem wenn man bedenkt, dass ihre ältere Tochter halbtags in den Kindergarten geht, ihr Mann zusätzlich Elternzeit genommen hat, so dass sie beide momentan Zuhause sind und die Kleine ununterbrochen schläft (sie ist nämlich ein absolutes Ausnahmekind laut der Mutter)…

Laut Aussagen der Krankenkasse steht ihr eine Haushaltshilfe zu bei einem Kaiserschnitt und einem älteren Geschwisterchen Zuhause, also nehmen sie diese auch in Anspruch. Unnötige Kosten die zu Lasten der Krankenkasse gehen, unverständlich für mich wie man etwas so ausnutzen kann.

Interessant finde ich ja, dass meist genau eben diese Leute am lautesten meckern wenn die Beiträge mal wieder erhöht werden.

Irgendwie höre ich solche Geschichten in letzter Zeit immer häufiger und es regt mich einfach nur auf. Wenn jeder immer und überall auf das bestehen würde was einem in irgendeiner Form zusteht, dann würde es Krankenversicherungen wahrscheinlich schon gar nicht mehr geben weil sie sich niemand mehr leisten könnte. Sollen die Leute doch mal anfangen hochzurechnen wieviel sie monatlich bezahlen, ein Großteil wahrscheinlich gar nichts da es die Ämter übernehmen, und wieviel sie sich im Vergleich dazu Monat für Monat, Jahr für Jahr rausnehmen.

Wenn jeder sich in seinen Ansprüchen ein wenig zurücknehmen würde und sich mal fragt welche von den Dingen die einem zustehen man eigentlich tatsächlich benötigt und auf was man auch gut mal verzichten kann, dann hätten wir alle mehr davon – die Kassen und deren Versicherten. Aber wie heißt es ja so schön, jeder ist sich selbst der nächste, was in so Situationen immer wieder sehr deutlich wird.

Bild: Andreas Morlok / pixelio.de






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5 Kommentare

  1. Hi! Ich bin ehemaliger Versicherungsfachmann und Fachberater für Finanzdienstleistungen. Die hier angebrachten Beispiele sind leider nur Peanuts, muss ich sagen.
    Der Verwaltungssatz d.h. also das was unsere Kassen an Beiträgen nur für die eigene Verwaltung ausgeben ist derzeit über 30% … hätten wir nur eine GKV (Gesetzliche Krankenversicherung) mit nur einem Vorstand und nur einer Verwaltung könnten hier mal locker 25% der Beiträge gespart werden. Bei PKVs ist der Verwaltungssatz um die 5% und die haben (oftmals) einen besseren Service.
    Eine weitere HIMMELSSCHREIENDE Dummheit ist der Standpunkt nach dem “geholfen” wird: Symptombekämpfung statt Ursachenlinderung. Bestes Beispiel der sog. Heil- und Hilfsmittelkatalog. Hier wird dem Mediziner regelrecht vorgeschrieben was er verschreiben darf. Das geht sogar soweit, dass wegen ein paar Euro Unterschied Medis verschrieben werden, die wiederum andere chronische Krankheiten auslösen können. Das traurige Resümee ist: Es geht nicht mehr um die langfristige Gesundheit der Versicherten, es geht nur um den Quartals- bzw. Jahresbericht … zu Lasten der Gesundheit.
    Zur Ergänzung: Ich kann beide Systeme nicht mehr ab, die GKV wie die PKV… Grundlegende Reformen und ein fundamentaler Paradigmenwechsel sind mehr als dringend erfoderlich!!!

  2. Hi Melvenue,

    ich finde auch, dass dies nur Kleinigkeiten sind. Das Problem ist doch, dass es über 150 verschiedene GKVs gibt und das diese alle einen eigenen Vorstand haben, welcher natürlich auch eine Menge Geld kostet. Hinzu kommen dann noch die Pharmakonzerne, welche in Deutschland mit das meiste Geld verdienen, weil sie hier ihre Preise selbst festsetzen dürfen. Da gehen mehrere Milliarden Euro pro Jahr nur an die Pharmaindustrie, nur damit diese Gewinne einfahren können, welche schon nicht mehr schön sind. Und das auf Kosten der Beitragszahler, die dadurch immer mehr in die Krankenkasse einzahlen dürfen.

  3. Dass an anderen Stellen noch viel mehr unnötige Kosten entstehen ist mir schon klar, aber das entschuldigt doch noch lange nicht das Fehlverhalten der einzelnen.

    Einige Dinge können wir eben nicht ändern weil es nicht in unserer Macht liegt, andere Dinge hingegen können verändert werden. Auch wenn es nur kleine Posten sind, so macht Kleinvieh aber auch Mist.

  4. Naja das stimmt so nicht. Wir zahlen den ganzen Müll ja mit, also können wir das auch ändern. Spätestens wenn alle auf die Straße gehen, wird die Politik verstehen das man nicht alles immer teurer machen kann.
    31 Milliarden gehen an die Pharmaindustrie und wenn man hier ein ein wenig was einspart, dann brauchen die Beiträge auch nicht steigen.

  5. Vielleicht hätte ich doch nen anderen Titel wählen sollen… irgendwie ging es mir in dem Beitrag hauptsächlich darum, dass es mich aufregt, dass so viele Menschen unnötiger- und unverschämterweise irgendwelche Leistungen in Anspruch nehmen und das auch noch stolz draußen rum posaunen.

    Den Rest bestreite ich ja gar nicht.

    Ich finde das schlimm wie manche Menschen sowas ausnutzen, bin ich da etwa die Einzige?

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