Dienstag , 27 Juni 2017
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Möbel kaufen – Wie teuer muss Qualität eigentlich sein?


Wer könnte Möbel eigentlich besser auf ihre Qualität testen als ein extra dafür vorgesehenes Testzentrum? Genau – Menschen die ihre Möbel bis aufs äußerste strapazieren! Doch wie strapaziert man Möbel am besten? Indem man mehr als einmal mit ihnen umzieht!

Aber mal im Ernst, umziehen macht den meisten Möbelstücken nun wirklich keinen besonders großen Spaß. Sie müssen abgebaut werden, kommen mehr oder minder gut verpackt und geschützt in irgendwelche lieblosen Umzugsautos, werden wenn es richtig schief läuft beim Transport auch mal angeeckt oder gar fallen gelassen, müssen dann auch wieder aufgebaut werden und sollen genauso toll dastehen wie damals als sie neu gekauft wurden.

Ein Umzug ist für die meisten Möbel für gewöhnlich echt kein Problem, mehrmals umziehen könnte da schon etwas heikler werden. Da ich in den letzten Jahren wahrscheinlich öfter umgezogen bin als 50% meiner Leser zusammen, möchte ich einfach mal behaupten ich kenne mich in dem Bereich aus.

Früher dachte ich immer, desto teurer die Möbel sind, desto mehr halten sie aus. Daher kaufte ich nicht gerade die günstigsten Teile und investierte lieber ein bisschen mehr um auch sicher gehen zu können, dass sie nach dem nächsten Umzug noch stehen. Bisher bin ich auch immer sehr gut damit gefahren.

Meinen Wohnzimmerschrank allerdings kaufte ich zum Beispiel im Sommer 2006 zu einem absoluten Schnäppchenpreis in einem Möbel Discount. Er gefiel mir einfach und bei dem Preis konnte man auch nicht viel falsch machen. Vier Umzüge später, sind ihm diese nicht anzusehen oder anzumerken. Die Türen und Schubladen schleifen in keinster Weise, die Rückwände halten , keine abgebrochenen Griffe – bis auf ein paar Kratzer sieht er aus wie neu. Sogar der Boden einer Schublade, ließ sich ganz ohne Probleme und Spuren wieder einsetzen, nachdem unser Junior der Meinung war er möchte sich da auch mal reinsetzen.

Anfang des Jahres kaufte ich in einem bekannten und renommierten Möbelhaus einen Kleiderschrank für unseren Junior, günstig war er nicht gerade, zum Glück aber im Angebot. Anfangs sah er auch echt toll aus und erfüllte seinen Zweck. Nun hat er auch bereits seinen ersten Umzug hinter sich und wie soll ich sagen, gebrauchen kann man ihn eigentlich nur noch um den Sperrmüll damit aufzufüllen.

Beim erneuten zusammenschrauben sind Teile aus dem Holz gebrochen, Griffe, die nicht mal abbrechen können haben sich gelöst und nun sind nur noch Löcher im Schrank. Türen und Schubladen lassen sich nicht mehr schließen, wenn dann höchstens mit Gewalt. Und das egal wie lang man versucht da was mit dem Schraubendreher einzustellen. Die Rückwand verselbstständigt sich und der Schrank packt es beim besten Willen nicht auf einem Fußboden, der in allen Richtungen absolut in der Waage ist, ohne wackeln zu stehen – die Füße lassen sich leider nicht verstellen so dass man es damit richten könnte.

Das ganze finde ich schon irgendwie enttäuschend, auf der anderen Seite aber ernüchternd. Es gibt mir Hoffnung, dass auch günstige Sachen von guter Qualität sein können, wie sich am Beispiel meines  Wohnzimmerschrankes zeigt.

Teuer ist nicht gleichbedeutend auch besser. Im Gegenteil, hier kann man richtig schön enttäuscht werden. Doch wie kann man Möbel beim Kauf am besten auf ihre Qualität testen? Vielleicht sollte man immer einen Schraubendreher dabei haben, das gute Stück abbauen um es dann an einem anderen Platz im Möbelhaus wieder aufzubauen. Wenn euch das zu viel Arbeit ist fragt doch einfach mal einen Verkäufer, ob er diesen Job kurz mal für euch übernimmt, immerhin möchte der den Schrank ja auch verkaufen.






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2 Kommentare

  1. Das stelle ich mir gerade bildlich vor. 50. Mitarbeiter eines Möbelhauses sind damit beschäftigt Möbel auseinander und wieder zusammen zu bauen, nur weil die Kunden gerne einmal einen Qualitätstest machen wollen

  2. Deine Erfahrungen sind vollkommen nachvollziehbar für mich. Wir sind ja auch umgezogen dieses Jahr. Und sämtliche Möbel haben den Umzug gut überstanden. Nicht ein Möbelstück, was nicht aufzubauen ging bzw. nach dem Aufbau Verschleißanzeichen zeigte. Damit unsere Tochter erstmal einen Schrank hatte, wurde mein alter Kinderzimmerschrank (wohl zum 6. Mal) aufgebaut. Wohlbemerkt ist dieser Schrank schon über 30 Jahre alt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere alten DDR-Möbel noch robuster sind (sozusagen unkaputtbar).
    Nun haben wir für unsere Tochter ein Jugendzimmer gekauft. Frag nicht, wie enttäuschend die Ausflüge in die Möbelhäuser endeten. Wenn ich erstmal beim Möbeltesten (hauptsächlich Schränke und Tische) war, fiel schon einiges durch. Der obige Schrank war auch dabei. Wenn sich schon im Möbelhaus die Griffe lösen … ABFALL!
    Mal von den Preisen abgesehen, die jenseits von gut und böse waren. Ich wollte einfach nicht über 1.000 € für ein Jugendzimmer zahlen. Wenn das Mädel mal älter ist und ihr das Zimmer (bzw. die Möbel) nicht mehr gefallen, will ich das Geld nicht in den Sand gesetzt wissen. Und so haben wir für 389 € ein ganz tollen 4-Teiler erstanden, den wir nach der Zimmergegebenheit umgebaut haben.

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