Montag , 20 August 2018
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Mittelpunkt


Vielleicht wirkt dieser Artikel ein wenig gemein und vielleicht auch ein wenig ungerecht, doch es gibt Dinge, die muss ich einfach mal loswerden. So beschäftigt mich schon seit längerem das Thema wie sich manche Menschen mit ihren Problemen in den Mittelpunkt stellen und so tun als wäre ihr Problemchen die größte Katastrophe auf Erden – es gibt einfach nichts schlimmeres.

Sei es das Gehalt oder das Hartz4, das zu spät überwiesen wurde, wodurch man seine Miete, seine Telefonrechnung und was sonst noch erst später bezahlen konnte… Da kommen Fragen auf ob das Amt nicht mal Rücksicht auf sowas nehmen kann, ob man denn nur eine Nummer sei und das Einzelschicksal nicht mehr im Vordergrund steht?!?! Sorry, aber ich habe mal gehört, dass es auf diesem Planeten, ja sogar in unserem Land Menschen geben soll, sogar KINDER, die gar kein Dach über dem Kopf haben, die nichts zu Essen haben und in größter Armut leben. Ist es denn da wirklich so schlimm, wenn man seine Sachen mal erst 3-4 Tage später bezahlen kann?

Ich habe von einer Mutter gelesen, die sich übertrieben gekünstelt darüber aufregt, dass sie 5 Monate darauf warten musste bis der “neue” Rehawagen für ihr gehandicaptes Kind bewilligt wurde. Wieder kommt das Argument “nur eine Nummer” bei der Krankenkasse, hier würde völlig realitätsfremd entschieden werden… Ist es denn wirklich so schlimm, wenn das Kind noch ein paar Tage, Wochen oder Monate in dem alten Wagen oder gar einem normalen Kinderwagen verbringen muss? Sollte man sich vielleicht mal fragen ob die Krankenkassen Fälle zu bearbeiten haben, die bei weitem akuter, brisanter und dringlicher sind als ein neuer Rehawagen, wo es der alte sehr wahrscheinlich auch noch tut? Dass aus solchen Gründen manche Dinge einfach länger Dauern, weil es für die “bösen Bürostuhlakrobaten” einfach noch wichtigere Dinge zu erledigen gibt?

Ich kannte mal einen Mann, der an einem sehr schweren Krebs erkrankt ist. Als es gegen Ende ging musste er künstlich ernährt werden, da er nicht mehr genügend Nahrung und Flüssigkeit aufnehmen konnte – in eigener Heimpflege muss auch sowas von den Kassen bewilligt werden. Dieser Mann konnte nicht mehr alleine auf Toilette gehen, brauchte Rundum-Pflege und das alles zu Hause – OHNE PFLEGESTUFE, weil auch hier die Ämter Zeit brauchten um das zu bearbeiten! Er benötigte dringend einen Rollstuhl, weil er nicht mehr laufen konnte, sein Körper war zu schwach! Während die Entscheidung, “das Rezept” von der Krankenkasse bearbeitet wurde konnte der Mann nicht mal mehr an die frische Luft, er konnte nicht mehr vor die Haustür, war ein Gefangener in seinen eigenen vier Wänden… Aber natürlich ist es viel schlimmer wenn ein fast 4jähriges gehandicaptes Kind in einem alten Rehawagen durch die Strassen geschoben werden muss… Die Frage die ich mir stelle: empfindet das Kind das wirklich als so schlimm, oder ist das eher ein Problem der Mutter?

Was meint ihr wie sich die Angehörigen des krebskranken Mann gefühlt haben, als der Rollstuhl endlich kam, zwei Tage nachdem der Ehemann, der Vater, Schwiegervater gestorben ist?

Hätte das vielleicht alles schneller gehen können, wenn sich auf der anderen Seite weniger Problemchen in den Mittelpunkt gestellt hätten, die mit ihrem generve gekämpfe die Bürostuhlakrobaten bei der Arbeit behindert haben?

Ich weiß wie man sich in so einem Moment fühlt!






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