Freitag , 23 Februar 2018
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Mietnomaden und andere Katastrophen in Norddeutschland


In Norddeutschland ein ANSTÄNDIGES (bewusst groß geschrieben) und schönes Haus zum Mieten zu finden gestaltet sich schwieriger als ich anfangs dachte. Was mieten und umziehen betrifft, ja darin bin ich ja leider schon geübt, aber mein derzeitiges Umzugsvorhaben ist wohl meine bisher größte Herausforderung… Da kommt so die eine oder andere Frage auf, die schon problematisch sind uns aber hoffentlich nicht zum Verhängnis werden.

1. Alle, wirklich ausnahmslos ALLE vernüftig erscheinenden Häuser, die zum Mieten inseriert sind, wollen die potentiellen Vermieter tatsächlich viel lieber verkaufen und haben an Mietinteressent tatsächlich nicht wirklich Interesse. Dazu sind die Kaufpreise der Häuser dort so niedrig, da würde hier locker der doppelte Betrag stehen. Woran liegt das? Ist Norddeutschland so schrecklich, dass alle Menschen dort weg wollen?

2. Wir haben nun August, die meisten Häuser sind ab sofort frei und sollen am besten (wenn man halt keinen Käufer findet und man somit doch vermieten muss) auch sofort vermietet werden. 3 Monate Kündigungsfrist können da schnell mal zum Problem werden. Aber nicht für uns – dachte ich jedenfalls – denn da wir unsere jetztige Bleibe bereits gekündigt haben könnten wir bereits Mitte September einziehen, was uns und den potentiellen Vermietern einen Vorteil von 1,5 Monaten (Monatsmieten) bringen würde. Doch geirrt habe ich mich!!! Überall finden sich immer Interessenten die sofort einziehen können… unsere 6 Wochen Wartezeit sind da viel zu viel und man wird von den Vermietern dumm angeguckt, warum denn erst so spät….Haben die anderen denn keine Kündigungsfristen die sie einhalten müssen? Gibt es da oben im Norden überaupt so was wie Kündigungsfristen?

3. Nun kommen wir zu dem Punkt mit dem ANSTÄNDIG! Jedes noch so popelige Haus dort oben in der Ecke geht nur über Immobilienmakler. Die Beschreibung der Häuser: komplett renoviert und gehobene Ausstattung! Und das ausschließlich, es scheint dort gar keine “normalen” Häuser zu geben…. Die Fotos belegen diese Beschreibungen. Am liebsten würde man bereits zusagen ohne das Haus live gesehen zu haben um sich sie weite Anfahrt zu sparen. Ist man dann Vorort trifft einen der Schlag! Die Häuser haben meist eine sehr einfache Ausstattung oder sind extrem abgewohnt, so dass man erst mal rundum alles renovieren müsste. Checken die Leute das nicht in welchem Zustand die Häuser sind? Oder denken die sich, lassen wir die Interessenten erst mal kommen, irgendeiner wird sich schon finden der das Haus trotzdem nimmt. Und das schlimmste an der Sache ist, ja es ist immer jemand dabei der sagt, kein Problem renovieren tu ich selbst, ist ja alles halb so wild…. Nochmal zur Erinnerung: in den Anzeigen steht VOLLSTÄNDIG RENOVIERT!!! Das beste Beispiel, eine hochwertige Küchenzeile wurde angepriesen, tatsächlich stand da euin zusammengewürfelter Haufen Sperrmüll. Und danach misst sich für mich auch der Preis.

Auch die Frage nach DSL war für uns immer sehr wichtig, der Makler antwortete sehr entspannt “Kein Problem” hier gibts super schnelles Internet, ja prima im Endeffekt kann hier keine DSL anbieten außer die Telekom über Satellit für knapp 50 Euro und das ganze ist maximal mit einer 2000 Dsl-Leitung vergleichbar… und nicht mal der Telefonanschluss ist da inkludiert.

Wofür will der Makler jetzt eigentlich Geld haben? Dafür dass er mich anschmiert? Warum bezahlen die Vermieter eigentlich die Makler nicht, schließlich tun die sie ja auch beauftragen? Soll ich jetzt für ne vollständig renovierte Bruchbude, die ich selbst vollständig renovieren muss auch noch nen Makler zahlen? Immerhin haben wir den Makler vorher gefragt, bevor wir 600 Kilometer einfach gefahren sind.

Fragen über Fragen…. und so wird die Häusersuche im norden Deutschlands zu einem schwierigen Unterfangen.

Antworten hab ich in der Zwischenzeit auch schon auf meine Fragen…

Zu 1: In Ostfriesland, oder besser gesagt generell im Norden, scheint es üblich zu sein, dass die Mieter ihre Miete nicht zahlen und zudem verlassen die Mieter bei Auszug in einem völlig inakzeptablen und abgewohnten Zustand, so dass die Hauseigentümer auf den Kosten sitzen bleiben und vom Vermieten ganz schnell die Schnauze voll haben. Das erklärt den Drang zum Verkaufen und natürlich die niedrigen Kaufpreise, denn die Eigentümer sind froh, wenn sie das Haus los sind.

Zu 2: Da die Mieter ihre Miete nicht zahlen, bekommen diese natürlich von ihren Vermietern gekündigt. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe müssen sie dementsprechend auch keine Kündigungsfristen einhalten, da die Vorvermieter schließlich froh sind, dass sie endlich aus dem Haus draußen sind. Und da die neuen Vermieter vorher ebenfalls solche Mieter drin hatten, entscheidet hier nicht die Sympahtie sondern die Finanzen. Hauptsache das Haus schnell wieder vermietet um nicht noch mehr Geld zu verlieren. Dass das selbe Spiel nun wieder von vorne beginnen könnte, daran wagen die Vermieter nicht zu denken.

Zu 3: Das erklärt natürlich auch die Problematik mit dem abgewohnt… Dazu muss man wahrscheinlich nicht mehr viel erklären. Der Makler soll den Vermieter vor den Mietnomaden schützen. Wer Geld für einen Makler hat, der hat auch Geld für die Miete (oder so ähnlich). Da die Mieter ihr altes Haus in einem grauenhaften Zustand hinterlassen, macht es ihnen auch nichts aus in ein neues Haus mit einem ebenso grauenaften Zustand zu ziehen. Hauptsache eine neue Bleibe. Ja und die Vermieter sind schon einiges schlimmeres gewohnt, haben selbst schon viel Arbeit und Geld in die Renovierungsarbeiten gesteckt, so dass der für mich abgewonte Eindruck bei Besichtigung für die Vermieter schon wieder einen gehobenen Eindruck darstellt.

Nun gut, ich hoffe, dass wir die Nadel im Heuhaufen bald finden und die Haussuche ein Ende hat.

Edit: Nadel wurde gefunden und was für eine schöne. Ende August werden wir dort einziehen, im schönen Ammerland.






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3 Kommentare

  1. Aber warum denn ausziehen, hatten Sie sich denn nicht erst so wunderbar selbstständig gemacht? Wollten ein Top Bistro aufmachen? Hochmut kommt vor dem Fall , so oder so ähnlich nicht wahr? Ein bißchen mehr Bescheidenheit würde Ihnen und ihrer Familie , nicht zuletzt ihren Kindern, gut tun!
    Sie wissen doch sonst immer alles besser , aber selbst eine Haussuche scheint sie nun zu überfordern!
    Und zu guter letzt reiche ich Ihnen ein Wörterbuch um ihre Orthografie zu korrigieren …

  2. Melanie wenn du auf Grund der Aussagen eines Maklers 600 km fährst und die Aussagen nicht zutreffen, dann hast du einen Anspruch auf Schadensersatz. Das musst du allerdings geschickt einleiten.

    Phase 1: Du leitest das Gespräch ein mit der Aussage, dass dein Mann mithören möchte, damit du hinterher nicht alles doppelt erklären musst und dass zufällig Hansi M. auch da ist, der aber nur zu Besuch ist und eben auch mithört.

    Phase 2: Du lässt dir alles harklein bestätigen.

    Phase 3: Du fährst raus

    Phase 4: Du machst über einen Anwalt deine Rechnung auf

    Denke daran: Das funktioniert nur wenn der Makler zugestimmt hat, dass jemand das Gespräch mithört.

  3. Vielen Dank für den Tip, ich hoffe allerdings, dass sich die Haussuche nun erledigt hat, da wir unser Traumhaus bereits gefunden haben. Jetzt müssen sich die Vermieter nur noch für uns entscheiden, wobei die Konkurrenz groß ist. Aber ich bin optimistisch!

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