Montag , 21 Mai 2018
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Lügen auf italienisch


Als Gastroberaterin komme ich sehr viel in verschiedenen Restaurants rum. Gerade bei Neueröffnungen ist guter Rat teuer, viele Restaurantbesitzer sind froh, eine professionelle Unterstützung an ihrer Seite zu haben, wenn das Personal noch nicht zu 100% aufeinander eingespielt ist.

Interessant finde ich eine ganz spezielle Trendentwicklung was die Gestaltung von Restaurants betrifft. So stellte ich bei vielen italienischen Restaurants fest, dass das einzig italienische der Namen über der Eingangstür ist. Die Leitung, das Personal, die Sprache, die Mentalitäten sind allerdings alles andere als italienisch. Immer mehr Inder, Türken, Kurden, Pakistaner und vieles mehr eröffnen italiensiche Restaurants. Natürlich haben sie die italienische Spreche im Rahmen von “buonasera”, “grazie”, “prego”, “buon appetito” und “va bene” perfektioniert und ihre Namen lauten Roberto, Giovannni, Gitano, Maurizio, Franco und was die italienische Namenswelt sonst noch so hergibt. Schaut man allerdingsmal ins Impressum oder in die Geschäftbriefe, gestalten sich die Namen als nicht mehr ganz so einfach. Aber der Schein muss gewahrt werden, wir sind Italiener, das ist ganz wichtig!!!

Interessant und vor allem sehr lustig wird es dann, wenn der Stammgast Herr Mayer, seinem Lieblingsrestaurantinhaber Maurizio stolz sein Erlerntes aus dem 14tägigen Italienurlaub presentieren möchte und seine Essenswünsche auf italienisch bestellt Maurizio, der ja in Wirklichkeit einen unaussprechlichen Namen hat, versteht natürlich kein Wort und antwortet in gebrochenem Deutsch: Scusa, aber ich sprechen nix so gut italienisch!

Ich frage mich tatsächlich, warum versucht man seine Kunden, seine Gäste absichtlich so hinters Licht zu führen? Verschweigendie Betreiber ihre wahre Nationalität aus Angst ihre Kunden zu verlieren, da sie ja keine echten Italiener sind? Verstehen werde ich das wohl nie. Denn auf der anderen Seite gibt es sehr erfolgreiche italienische Restaurants, die dazu stehen, dass sie keine Italiener sind und zudem die italienische Küche so gut beherrchen, dass sie so manchen wirklichen Italiener in ihrer Leistung und Qualität weit übertreffen.

Da gibt es zum Beispiel das Restaurant Zum Königsee in Mainhausen, geführt von den Brüdern Bayrak, die die italiensiche Küche gepaart mit kurdischer Gastfreundschaft wirklich sehr gut verstehen. Nicht weit von Ihnen im Nachbarstädtlein Babenhausen das Ristorante Toscana, auch hier die Inhaberin eine Kurdin, Süreya Boylu. Auch sie vereint mit Ihrem Partner Apo den perfekten Mix aus zwei Kulturen.

Auch andere sollten sich hier ein Beispiel nehmen und zu ihrer Nationalität und Kultur stehen, denn alles andere ist doch eher peinlich vor allem dann, wenn es zu italienischen Verständigungsproblemen kommt.






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Ein Kommentar

  1. tja – das ist genau der grund, warum ich den italiener um die ecke meiner arbeitsstelle seit etwa einem jahr meide. den laden haben albaner mit samt dem alten restaurantnamen übernommen, jedoch der koch – der wurde ersetzt. und seither schmeckt es nicht mehr. und als halbitalienerin fällt es mir obendrauf schwer, mich aufgehoben zu fühlen wenns nicht schmeckt und dazu gar kein italiener drin ist, wo italien drauf steht.

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