Samstag , 21 Oktober 2017
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Ein Treffen der besonderen Art


Was für ein schönes Wochenende das doch mal wieder war – die Sonne lachte ununterbrochen, es war angenehm warm und wir haben viel unternommen. Auch wenn es anders lief, als eigentlich anfangs geplant, wendete sich zum Schluss doch noch alles zum Guten.

Seit einigen Tage telefoniere ich mit einer Freundin bezügliches eines Treffens an diesem Wochenende. Wir kennen uns aus dem Netz, schreiben oft, telefonieren häufig und verstehen und prächtig. Persönlich getroffen haben wir uns allerdings noch nie. Dies wollten wir an diesem Wochenende ändern, da sie mit ihrer Familie hier ganz in der Nähe übers Wochenende Urlaub machte und ein Treffen längst überfällig war. Geplant hatten wir also für das Wochenende viel aber nichts fest ausgemacht, da wir das Wetter abwarten wollten um dann vor Ort feste Termine zu setzten.

Das Wochenende kam, es war Freitag, doch ich bekam am Abend keinen Anruf, obwohl es fest vereinbart war. Auch am Samstag blieb mein Telefon still, trotz dass wir bei schönem Wetter gemeinsam ans Meer fahren wollten. Ich nahm also das Ruder in die Hand, doch meine vielen Versuche sie zu erreichen blieben erfolglos… Mein Mann war sich sicher: die hat sich’s anders überlegt, möchte das Wochenende lieber alleine mit ihrer Familie verbringen… Doch das ist nicht ihre Art, sie hätte wenigstens bescheid gesagt, wenn es so wäre. Also machten wir uns heute auf den Weg zu dem Campingplatz, wo ich vermutete, dass sie dort sind. Sicher war ich mir allerdings nicht, was mich dann auch viel Überredungskraft gegenüber meinem Mann gekostet hat. Er war sich nämlich immer noch relativ sicher, dass sie ihre Ruhe haben möchte und gar nicht will, dass wir dort auftauchen. Ich allerdings war der festen Überzeugung, dass sie einfach ihr Handy hat zu Hause liegen lassen und sich jetzt dumm und dämlich ärgert weil sie mich nicht erreichen kann.

Dort angekommen entdeckte ich auch direkt schon ihren Mann, der hat vielleicht geguckt als ich auf ihn zustürmte, schließlich hatte er keine Ahnung wer ich bin, wir hatten uns ja noch nie gesehen… Nach kurzem hin und her, kam dann auch schon meine Freundin aus dem Auto gesprungen und erzählte mir, natürlich, dass sie ihr Handy zu Hause vergessen hat.

Ende gut – alles gut!

Mein Mann verstand anfangs nicht warum ich darum jetzt so einen Lauf mache, man hätte sich ja dann auch einfach mal wann anders treffen können. Er wusste nicht warum mir das so extrem wichtig war sie JETZT zu treffen. Andere werden sich jetzt wahrscheinlich auch denken, nun gut, war halt blöd gelaufen und wäre auch nicht auf gut Glück zu irgend nem Camping Platz gefahren…

Doch meine Freundin und mich, uns verbindet etwas. Wir kennen uns jetzt seit 3 Jahren, allerdings wie schon erwähnt nur virtuell und telefonisch. Dennoch haben wir eine tiefe Freundschaft und auch gemeinsam schon viel zusammen erlebt. Uns verbinden unsere zwei Schwangerschaften, die wir gemeinsam erleben durften, wo wir uns austauschen konnten. Uns verbinden unsere traurigen Erfahrungen die wir während unserer ersten Schwangerschaft erleben mussten und trösteten uns gegenseitig über den Tod sehr wichtiger und eng stehender Menschen hinweg. Uns verbindet die Mutterliebe zu unseren Kindern, die Sorge um sie, die Freude an ihnen. Wir sind verbunden als Töchter, von den eigenen Müttern ungeliebt und verstoßen. Wir mögen die selben Sachen, haben die selben Interessen, wir malen, träumen von Afrika und lieben den Kolonialstil. Doch am allermeisten verbindet uns wohl eine Idee und unser Glauben. Der Glauben an etwas, wofür andere uns für verrückt erklären. Der Glauben daran, möglicherweise Schwestern zu sein. Birte sollte eigentlich ein Zwilling werden, doch ihr kleines Geschwisterchen schaffte es nicht und starb während sie fröhlich und munter weiter in der Fruchtblase turnte. 9 Monate nach diesem schrecklichen Ereignis wurde ich geboren, in einer anderen Stadt, in einer anderen Familie, von all dem nichts wissend. Birte hingegen wusste, dass sie eigentlich eine Zwillingsschwester gehabt hätte und vermisste sie ihr Leben lang, sie fühlte sich einsam, als hätte man ihr einen Teil genommen. Auch ich vermisste eine Person, der ich mich zu 100% anvertrauen konnte, die so tickte wie ich, einen Menschen vor dem mir nichts peinlich sein musste. Einen Menschen, der meine Sorgen und Ängste versteht, der meine Interessen teilt.

Das alles änderte sich, als wir gegenseitig, völlig zufällig, in unser Leben traten. Es war von Anfang an so vertraut, man konnte über alles reden, fühlte sich verstanden. Auch heute, obwohl es ein besonderes Treffen war, da es unser erstes war, war es so natürlich und selbstverständlich, fast so, als würden wir das schon ein Leben lang so tun und hätten uns nicht erst heute so richtig kennen gelernt.






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10 Kommentare

  1. Ich freu mich für dich, dass du diese tolle Freundin gefunden hast! Wahre Freundschaften sind etwas wunderbares und gleichzeitig so selten. Ich hoffe, ihr werdet noch viele Jahre Kontakt halten und euch treffen können.

  2. Ich habe nicht viele Freundinnen, weil ich mich von oberflächlichen Freundschaften grundsätzlich distanziere. Aber die Freundinnen die ich habe, sind etwas ganz besonderes, eine hält bereits seit 23 Jahren!

  3. Ja, das Leben geht manchmal seltsame Wege. Ich kann auch von einer Blog-Freundin berichten. Nur mit dem Unterschied, wir kennen uns seit 5 Jahren – getroffen haben wir noch nie. Wir telefonieren oft miteinander.
    Mit dem Begriff “Freund/Freundin” gehe ich sparsam um. Die “wahren” FreundINNEN erkennt man erst in Notsituationen.
    Danke für deinen Besuch und Kommentar.

    Herzliche Grüße aus dem wilden Süden in den hohen Norden.

    Helmut

  4. Tolle Geschichte. Schön, dass Du darauf bestanden hast zu fahren. Ich weiß nicht, ob ich es getan hätte. Allerdings kennst Du das Mädel – ich nicht. Genau dieses Gefühl in sich zu haben, dass richtige zu tun, egal was andere sagen, das ist das, was ich nur bestätigen kann.

    Ich hoffe mein letzter Satz ist nicht zu verwirrend :)

  5. Dein Satz ist absolut nicht verwirrend, im Gegenteil!

  6. Was für eine schöne Geschichte aus dem Leben. Super, dass ihr beide den Schritt zum Treffen gewagt habt.
    Ich freue mich für dich ;)

  7. Es war echt schön, sich mal persönlich gegenüber zu stehen.

  8. Eine wirklich mitreissende und schoene Geschichte in die ich mich mit meinen vollen Gedanken hineinversetzen kann, da ich einen Freund habe den ich mitlerweile seit gut 25 Jahren kenne und den ich heute schon mehr wie meinen Bruder nennen kann.

    In der vergangenen Zeit war mein Leben gepraegt von Gegensaetzen in denen Zeiten vorkamen wo ich mehr Geld verdiente als ich ausgeben konnte. Ich hatte eine Unzahl an Freunden, alle traten mit Bitten und “guten” Ideen an mich heran und meine freien Tage waren ueberfuellt mit Besuchen meiner “Freunde”!

    Durch ein geschaeftliches Missgeschick verlor ich leider meinen kleinen Betrieb, meine Frau verliess mich und alle meine Freunde kannten mich nicht mehr.
    Mein ganzer Besitz verschwand unter dem Hammer das Gesetzes und wurde zu einem Bruchteil seines Wertes verkauft…. was mir blieb war ein “NICHTS”!

    Und alle meine “guten” Freunde waren auf und davon, ja einige von denen gruessten mich nicht einmal mehr auf der Strasse…. Eine wirklich harte Zeit begann!

    Da ich jedoch nicht der MEnsch bin der vorschnell aufgibt, packte ich meine Sachen und zog es vor ins Ausland (Spanien) zu gehen.
    Der einzigste Mensch der davon erfuhr war mein Freund… ja er war der Einzigste der immer an meiner Seite geblieben war und der mir das Vertrauen entgegenbrachte mein Ticket zu zahlen… und mir meinen neuen Start zu ermoeglichen!

    Heute bin ich wieder auf einem sehr sonnigem Platz im Leben…. und was denkt ihr wohl wie viele Freunde ich heute habe????

    Nein, ich habe nicht viele Freunde! Viele Kumpel sicherlich aber nur einen einzigen Freund! Und den kann ich auch meinen Bruder nennen! Denn er ist mehr wie ein Freund!

    Euer Guido

  9. Ja so ist er sehr oft… wahre Freundschaften lassen sich nun mal nicht kaufen und sind daher etwas sehr wertvolles. Leider erkennt man immer erst dann seine wahren Freunde, wenn man wirklich auf deren Hilfe angewiesen ist. Und leider stellt man dann sehr häufig fest, dass man gar nicht so viele Freunde hat. Man kann sich glücklich schätzen, wenn man wenigstens einen wahren Freund hat.

  10. So kann man es auch sehen, oder besser gesagt so seh ich es ja auch! Nur mein Problem mit dieser Tatsache ist es, dass ich das Umgehen der Menschen/Kumpels untereinander nicht mehr richtig verstehe…

    Waere es denn nicht viel besser wenn man sich einfach zusammensetzen wuerde und einmal viel mehr reden wuerde!

    Waere es nicht besser wenn man den Kindern auch wieder Platz zum traeumen gibt?

    Waere es nicht schoen wenn ein Teeny statt einer SMS wieder einen kleinen Liebesbrief an seinen geliebten Wunschpartner schreibt?

    All diese Fragen gehen mir in der letzten Zeit durch meinen Kopf und ich erinnere mich an die Zeit zurueck… NEIN… heute die Zeit ist auch schoen und vielleicht auch schoener wie damals…. aber es fehlt ihr das wahre Wort Freundschaft!

    Liebe Gruesse

    Guido

    Ps: Hier kannst du dir gerne einmal einige meiner Liebesbriefe anschauen…

    Liebesbriefe und Flirten

    es kommen regelmaessig welche dazu :-)

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