Mittwoch , 28 Juni 2017
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Andre Länder, andre Sitten!


Und damit meine ich jetzt nicht verschiedene Länder im klassischen Sinne, sondern auch Bundesländer, oder einzelne Regionen vielleicht sogar Städte. So gibt es ja überall irgendwelche Bräuche oder Traditionen oder eben nur ganz banale Sitten.

So konnte ich in letzter Zeit eine sehr interessante und gleichzeitig doch sehr traurige Beobachtung machen, was die Sitten in verschiedenen deutschen Supermärkten betrifft.

So komme ich ja ursprünglich aus dem Rhein-Main-Gebiet, wo Stress und Hektik zum normalen Lebensalltag gehören. Jeder hat es eilig und die Supermarktkassen sind für gewöhnlich überfüllt. Dennoch gehört es irgendwie dazu, dass wenn man an der Kasse mit einem mehr als überfüllten Einkaufswagen steht, in dem sich der komplette Einkauf für die kommenden Tage befindet, jemanden der hinter einem steht und nur ein oder zwei Artikel in der Hand hat, mal eben schnell vorlässt.

Viel Zeit geht da ja auch nicht verloren, das ganze dauert 30 Sekunden länger als wenn ich die Person nicht vorlasse, aber diese Person hat ne Menge Zeit gespart und musste jetzt nicht wegen 2 Artikeln 20 Minuten (überspitzt gesagt) anstehen. Auf der anderen Seite freue ich mich natürlich beim nächsten Mal, wenn ich die Person bin mit den zwei Artikeln, dass mich die nette Dame vor mir mit dem überfüllten Einkaufswagen ebenfalls kurz vorlässt.

Da wo ich herkomme, irgendwie eine Selbstverständlichkeit, das gehört einfach zum guten Ton im Supermarkt dazu. Und so war es nicht nur in einem Supermarkt in einer bestimmten Stadt, nein, so machte man das überall.

Mit dieser “Sitte” gehe ich hier nun auch im hohen Norden natürlich zum Einkaufen und wundere mich immer wieder, warum die Leute mich so ungläubig anschauen, wenn ich ihnen vorschlage, dass sie ruhig vor gehen können, denn immerhin habe ich nen vollen Wagen und die andere Person nur eine Dose Ravioli.

Warum das so ist, warum die Leute einen verdutzt anschauen ist mir nun nach fast 3 Monaten Ostfriesland auch bewusst geworden. Hier ist es nämlich tatsächlich so, dass wenn man mit einem mehr als überfüllten Einkaufswagen, manchmal sogar zwei vollen Einkaufswagen (der Mann darf auch noch einen schieben) auf dem Weg zur Kasse ist und man sieht dass einen Meter vor einem eine Frau ebenfalls auf dem Weg zur Kasse ist, mit einem Päckchen Pommes und Bratwürsten in der linken Hand und einem quengeligen Kind auf dem rechten Arm, man extra nochmal Gas gibt, seinen Mann anfeuert, er solle sich beeilen, der Frau mit dem Kind noch fast in die Hacken fährt, um ja mit seinem vollen Einkaufswagen vor der Frau mit den zwei Artikeln an der Kasse zu sein.

So steht man dann da, mit seinen Bratwürsten, den Pommes und dem nörgelnden Kind auf dem Arm, gefühlte 30 Minuten an der Kasse und glaubt echt nichts mehr. Vielleicht denkt nun der eine oder andere, nun gut, es gibt halt auch unhöfliche Leute und ich könne ja nun nicht alle Ostfriesen über einen Kamm scheren, weil mir das einmal passiert ist. Nein, bestimmt nicht, aber dieses egoistische Phänomen beobachte ich hier nahezu täglich.

Jeder will der erste an der Kasse sein, mal schnell jemanden vorlassen, weil derjenige nur eine Kleinigkeit hat, das gibt es hier nicht. Jeder ist sich selbst der nächste, jedenfalls was die Sitten im Supermarkt betrifft.

Wie kennt ihr das? Lässt man bei euch die Leute vor, die nur ein oder zwei Sachen haben? Lasst ihr die Leute mit ner Kleinigkeit vor wenn ihr selbst nen vollen Einkaufswagen habt? Oder sind euch die 30 Sekunden, die dadurch mehr an Wartezeit entstehen auch zu viel?

Bildquelle: Rike / pixelio.de






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9 Kommentare

  1. Das finde ich jetzt irgendwie interessant. Ich habe meist nur ein,-zwei Sachen wenn ich einkaufen gehe und oft werde ich auch damit vorgelassen. Aber ich glaube, dass kommt daher, weil hier in Berlin eine Menge zugezogene Leben, die solche Sitten mitgebracht haben ;-)

    Ich selbst habe auch schon ab und an mal jemanden vorgelassen, manchmal, besonders wenn es um Alkohol geht, lasse ich die Person dann aber doch warten, ich habe da so meine Prinzipien

  2. Vielleicht ist das ja auch ne Sitte in und rund um Großstädte, wie gesagt, um Frankfurt herum und in Frankfurt kenn ich das auch so.

  3. Ich kenn das hier in NRW auch nicht anders. Vor ein paar Tagen erst hab ich wieder jemanden vorgelassen, der nur ein Paket Küchenpapier in der Hand hatte. Umgekehrt bin auch ich hin und wieder ungefragt(!) vorgelassen worden, wenn ich nur Kleinigkeiten hatte. Kommt aber selten vor, da ich meist doch eher größere Mengen kaufe.

    In größeren Supermärkten gibt es zudem ja auch noch häufig Schnellkassen für Leute mit max. X Artikeln, da löst sich das Problem quasi von alleine^^

    Allerdings muss ich gestehen, dass ich auch gerne mal nen Zahn zulege, wenn ich mit einem Einkaufswagen auf eine Kasse zugehe und merke, dass sich noch jemand anderes mit einem ebenfalls prall gefüllten Warenkorb jener Kasse nähert. Dann hab ich nämlich auch keine Lust, unnötig länger zu warten… wofür gab mir Gott schnelle Füße? ;) Aber wie gesagt, das mache ich nur, wenn der andere einen vollen Wagen hat. Bei ein paar Artikeln mache ich mir keinen Stress. Da sind die Sachen ja schnell über den “Laser” gezogen und eingescannt. Da wird dann eher die Oma zum Flaschenhals, die den Betrag auf den Cent genau mit sorgfältig(!) abgezähltem Kleingeld zahlen möchte :D

  4. Tja ja, der “Norddeutsche an sich” ist ja eher vom ruppigen Typus, da wundert’s mich nicht.
    Ich (nett, höflich, hilfsbereit /Sauerland)lasse natürlich vor.

  5. Bei uns werden auch die Leute mit zwei oder drei Artikeln vorgelassen. Ich kenne das gar nicht anders.
    @Sascha: Wenn ich natürlich nur einen Artikel habe, dann frag ich auch mal, ob ich vor darf. Mehr als ein “nein” kann ich ja nicht kassieren.

  6. Ich lasse Leute mit wenigen Artikeln vor, da habe ich kein Problem mit, habe aber auch schon erlebt, dass sich Leute vorgedrängelt haben, da habe ich was gegen und sage dann auch was

  7. Kenne es auch nicht anders, als dass man vorgelassen wird und vorlässt. Erfahrungen aus Sachsen und Rhein-Main-Gebiet. Schon mal gefragt, ob man dich vorlässt? Seh ich wie Xanni – mehr als ein Nein kann man nicht “kassieren” (hehe, schönes Wortspiel in dem Zusammenhang).

  8. Ich lasse auch Leute an der Kasse vor, allerdings nur Leute die nicht nörgelnd ankommen vonwegen “wie lange dauert das noch…kann man noch eine Kasse aufmachen”.

    Ich persönlich bin eher ein gelassener Mensch, wozu aufregen und sich unnötig Stress machen. Wir sind alle getriebene des Lebens und das zeigt sich dann an der Kasse. Ein wenig “Entschleunigung” würde uns allen gut tun.

    Manchmal muss ich sogar schmuzeln, wie man sich in einer Kassenschlange so aufregen kann, als ob es nichts “wichtigeres” gäbe.

    Ich komme aus dem Ruhrgebiet und glaube das es wie bei allen Sachen eine Frage der Erziehung ist.

    Schöner Blog! Da werde ich ab und zu mal vorbeischauen.

  9. Stefan Reifenrath, Málaga

    hier in Málaga/Andalusien ist das selbstverständlich… und wenn jemand schwer zu tragen hat, kommen auch hilfsbereite Passanten und helfen Dir manchmal bis zum Wagen… Die Spanier sind in der regel sehr hilfsbereite Menschen…

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