Montag , 11 Dezember 2017
Startseite » Allgemein » Buchempfehlungen » Isis, die Fürstin der Nacht

Isis, die Fürstin der Nacht


An dieser Stelle ihrer Erzählungen spürte ich stets, dass meine Oma Mühe hatte, ihre Stimme fest und ruhig zu halten. “Was hast du denn, Oma?”, fragte ich einmal, als ich noch kleiner war. “Weinst du?” Sie schüttelte den Kopf mit einem seltsamen schiefen Auflachen und zog die Nase hoch, obwohl sie mir immer erklärte, das gehöre sich nicht und ich solle ein Taschentuch benutzen. “Nein, nein”, sagte sie. “Warum sollte ich wohl weinen? Es war doch ein schönes Fest. Es war deine Taufe, mein Herz. Jede Oma freut sich, wenn ihr Enkelkind getauft wird. Es war ja die Liebe unseres Herrn und Heiland Seth, die du erfahren hast. Wie sollte ich da weinen?”

“Aber du weinst ja trotzdem” sagte ich und wischte ihr zum Beweis mit einem Handballen über die feuchten Wangen. Da lachte sie und küsste mich und rief: “Aber nur Freudentränen, du kleiner Racker.” Ich weiß nicht ob ich es damals geglaubt habe. Später glaubte ich es nicht mehr. Aber da war ich bereits erwachsen und meine Oma längst tot. Ihre Stimme glaube ich immer noch zu hören, wenn ich meinen Gedanken erlaube, mich auf die Reise meiner Vergangenheit mitzunehmen. Sie zitterte, als sie mir beschrieb, wie der hohe Priester mit dem Buch des Seth in der Rechten und die Linke auf meiner Stirn höchtpersönlich den Weiheakt zelebrierte. Worte und geheimnisvolle Sätze in Kirchenlatein vorlesend, umschritt er den Sarkophag, ohne mich auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Langsam wanderte seine Hand dabei von meiner Stirn über den kleinen Leib bis hinunter zur Vagina, um dort mit einem plötzlichen Fingerstoß einzudringen und zu verlertzen…

…Ich konnte mir vorstellen, wie sich mein weicher, zarter Körper nach dem Fingerstoß des Hohen Priesters, welcher die in mich fahrende Schlange des Seth symbolisierte, mit einem schrillen Aufschrei aufgebäumt hatte. Wie ich in entsetztem Schmerz auf dem Spitzenkissen gezappelt haben musste. Genau das war das Ziel der furchbaren Prozedur, denn je stärker ein Baby in seinem Schmerz aus dem Mund schäumte und je heftiger zappelnd sich in Zuckungen wand, desto lustvoller schien die Schlange des Seth in den winzigen Leib eingezogen zu sein.

Karin Jäckel erzählt in ihrem Buch “Isis, die Fürstin der Nacht” die wahre Geschichte einer jungen Frau, die in den Fängen einer satanischen Sekte aufgewachsen ist. Ihre Bestimmung war es das höchste Amt in dieser Sekte zu bekleiden.

Der oben zitierte Auszug des Buches beschreibt einen Teil der Taufe des Mädchens, was grausamer nicht sein könnte. Und so ist das Buch überhäuft mit der Beschreibung furchtbarer Rituale, die Isis selbst erleben und erleiden musste.

Mal wieder eine Erzählung die wohl nicht für Menschen mit schwachen Nerven nieder geschrieben wurde. Anfangs erschien das Buch für mich etwas ermüdend, da zunächst die Bräuche und der Glauben dieser “Religion” erklärt und erläutert werden. Ich brauchte zwei Anläufe für dieses Buch, war beim zweiten dann allerdings ziemlich schnell gefesselt. Die Vorstellung dass diese Geschichte tatsächlich hier in Deutschland passiert ist finde ich schon sehr erschreckend und beängstigend.

Wer diese Art von Büchern mag, für den hat Otto Media, ehemals Bertelsmann, eine ganz besondere Bücherreihe erstellt mit dem Namen Kinderschicksale – Meine wahre Geschichte. Dieses Buch ist das erste Buch der Reihe, weitere Bücher stehen bereits bei mir im Regal und warten nur darauf gelesen zu werden.

[aartikel]3404615212[/aartikel]






Deine Meinung?




Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>